Kommentar
Lucerne Festival: Diversität heisst Öffnung

Das Lucerne Festival setzt den Fokus vermehrt auf «Diversity». Das ist nicht zuletzt auch Ausdruck einer neuen Musikergeneration, für die dieses Anliegen selbstverständlich ist.

Urs Mattenberger
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Urs Mattenberger.

Urs Mattenberger.

Bild: Manuela Jans-Koch

Noch nie war Lucerne Festival so nahe an der Tagesaktualität wie im Sommer 2022 mit dem Motto «Diversity». Der Begriff Diversität ist in aller Munde, weil in ihm unterschiedliche Bestrebungen für eine gerechtere Durchmischung der Geschlechter, Ethnien und von Jung und Alt zusammenlaufen. Nutzt das Festival also eine Mode, um breitere gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu bekommen?

Dass solch aktuelle Themen kein Alibi sein müssen, hat 2016 das «Primadonna»-Festival gezeigt, das Dirigentinnen den Weg nach Luzern ebnete. Und der Anspruch auf Vielfalt wird im nächsten Sommer eingelöst mit afroamerikanischen Gast-Künstlerinnen und Künstlern, Jugendorchestern und Frauen am Dirigierpult.

Vor allem aber führt «Diversität» eine Entwicklung des Festivals der letzten Jahre weiter. Denn in dessen Akademie spielt eine junge Musikergeneration eine immer wichtigere Rolle, für die Diversität selbstverständlich ist. Das zeigt bereits jetzt das von Akademisten divers-bunt zusammengestellte Forward-Festival von 19. bis 21. November im KKL.

Gut möglich also, dass das «Diversity»-Thema in die Zukunft nachwirkt. Damit könnte Michael Haefliger, der vor zwei Jahren unter Druck stand, in den letzten Jahren seiner Intendanz (bis 2025) noch einmal nachhaltige Impulse geben für eine weitere Öffnung des Festivals. Nicht zuletzt dafür steht Diversität.