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Kommentar

Ein Hort für den Kantonsrat!

Der Thurgauer Kantonsrat soll nicht mehr mittwochs tagen, fordert ein Vorstoss - Politikern mit Kindern soll das das Leben erleichtern. Das kann nur ein erster Schritt sein.
Kaspar Enz

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Kaspar Enz, Reporter "Ostschweiz am Sonntag"

Kaspar Enz, Reporter "Ostschweiz am Sonntag"

Sie tauchen meist unter «Vermischtes» auf: Meldungen wie aus Erfurt, wo eine Abgeordnete aus dem Landtag geschickt wurde, weil sie ihr Baby mitnahm. Oder jene der australischen Senatorin, die im Ratssaal stillte

Sie tönen kurios, zeugen aber von einem Problem: Auch der hiesige Politikbetrieb würde ohne Grosseltern und geduldige Ehepartner zusammenbrechen. Noch sind es meist Frauen, die darauf hinweisen. Kein Wunder. Ständig müssen sie sich fragen lassen, was denn die armen Kinder machen, wenn sie im Bundeshaus sind.

Die Thurgauer Kantonsrätin Marina Bruggmann will etwas tun. Die Sessionen sollen verschoben werden, um Eltern schulpflichtiger Kinder die Politik zu erleichtern. So schlecht scheinen die Chancen des Vorschlags nicht zu sein: Unterstützt wird er von Vertretern aller Fraktionen. Auch von Männern.

Denn die Rollenbilder bröckeln auf allen Seiten. Selbst stramm bürgerliche Politiker haben heute berufstätige Ehefrauen, müssen Windeln wechseln oder Brei kochen. Die Verschiebung des Ratstags scheint ihnen deshalb gar nicht so abwegig.

Wann gilt echte Fairness? Dann, wenn auch der aufstrebende Politiker als Rabenvater bezeichnet wird, weil er nur halbbatzig vorstottern kann, wie er sich um seine Kinder kümmern will? Besser wäre es, wenn die Frage weder Frauen noch Männern gestellt wird – weil Politik und Familie leichter zu vereinbaren sind.

Dabei geht es nicht nur um Gleichstellung. Mancherorts ist es schwer, Ämter zu besetzen – während Mütter und Väter aus Parlamenten und Gemeinderäten zurück- oder gar nicht erst antreten. Würde der Entscheid anders lauten, wenn es im Rathaus einen Kinderhort gäbe, die Sitzungen familienfreundlicher geplant werden? Einen Versuch ist es wert. Es braucht nur noch Ideen.

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