Kommentar
Ein Kanton in trüben Gewässern

Die Anzahl von Gewässerverunreinigungen ist alarmierend hoch. Die Verantwortlichen mauern.

Ismail Osman
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Seen, Flüsse, Bäche, Teiche, Weiher und Tümpel – Luzern ist bekanntlich reich an Gewässern. Der grösste Zentralschweizer Kanton ist aber auch dafür bekannt, mit der Reinhaltung seiner Gewässer seine liebe Mühe zu bekunden: 88 Fälle von Gewässerverunreinigungen wurden 2019 registriert. Das dürfte, zumindest in diesem Jahrhundert, ein neuer Rekord sein.

Wie reagiert der Kanton darauf? Im Moment liegen die Bemühungen vor allem in der Wahrung der «Kommunikationshoheit». In Vereinbarung mit dem Bäuerinnen- und Bauernverband, dem Fischereiverband und anderen Playern will man erstmals überhaupt eine gemeinsame Stellungnahme formulieren. Diese soll irgendwann in naher Zukunft erscheinen.

Dass Gewässerverschmutzungen gemeinsam geklärt werden müssen, ist an sich nicht verkehrt. Nur sind die Probleme nicht neu: Schon im Vorjahr (83 Vorfälle) war die Anzahl Verschmutzungen – insbesondere bei den Baustellenabwässern – alarmierend hoch. Damals versprach man verstärkte Kontrollen, nun sieht man sich mit neuen Höchstmarken konfrontiert.

Dass jetzt zwar die aktuellen Zahlen vorliegen, die Verantwortlichen aber mauern, ist vor diesem Hintergrund unverständlich. Hier ist besonders der noch frische Bau- und Umweltdirektor Fabian Peter und dessen Departement in der Pflicht, Worten auch Taten folgen zu lassen und den Kanton aus den aktuell besonders trüben Gewässern zu navigieren.

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