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Kommentar

Eiszeit am Südpol

Das Kulturhaus Südpol steht vor grossen Herausforderungen: Der Vorstand und nun auch der Betriebsleiter haben gekündigt. Nicht klar ist, was genau zu diesem Knall geführt hat. Klar ist aber, dass er eine Chance für das Kulturhaus bietet, sich mit einer Neuorientierung im Luzerner Kultur- und Ausgehangebot standesgemäss zu etablieren.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu.

Jérôme Martinu.

Das Klima im Luzerner Kulturhaus Südpol ist nicht bloss frostig. Vielmehr herrscht regelrechte Eiszeit, nachdem völlig überraschend der Vorstand seinen Rücktritt aufgrund strategischer Differenzen angekündigt hat und am Donnerstagabend – der nächste Knall – bekannt geworden ist, dass auch Betriebsleiter Dominique Münch hinschmeisst. Im April hatte bereits der künstlerische Leiter Patrick Müller nach sechs Jahren gekündigt.

Was ist bloss los im Haus für Musik, Tanz und Theater? Die Frage ist leichter gestellt als beantwortet. Denn was genau zum Zerwürfnis zwischen dem strategisch verantwortlichen Vorstand und der Betriebsleitung geführt hat, ist diffus.

Irritierenderweise legt keine der beiden Seiten die genauen Gründe für den Konflikt offen. Und dies in einem Kulturhaus, das einen öffent­lichen Leistungsauftrag zu erfüllen hat und von der Stadt inzwischen mit jährlich 1 Million Franken subventioniert wird.

Patrick Müller sagt: «Der Südpol als Ort zum Feiern hat sich noch nicht durchgesetzt.» Sabrina Suter, Vizepräsidentin des Vereins Südpol, sagt: «Viele sind schlicht nicht zufrieden, wie es im Südpol läuft.»

Kommt hinzu: Der letzte Geschäftsabschluss war schlecht, und aktuell klafft bereits ein 60'000-Franken-Loch in der Kasse. 2008 eröffnet, krankt der Südpol nach wie vor daran, dass im Haus zu wenig Publikum verkehrt.

Die Lage des Hauses – «zu peripher!» – ist aber bestimmt kein Kernproblem, zumal inzwischen gar eine Velo- und Fussgängerautobahn hinführt.

Der Grund liegt vielmehr in der Programmierung: Die Mischung stimmt seit jeher nicht, da steckt zu viel Spartiges und viel zu wenig Breitentaugliches im Programm.

Kein Wunder, dass der Südpol im grossen Luzerner Kultur- und Ausgehangebot noch immer ein Nischendasein fristet. Der Knall ist also auch eine grosse Chance.

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