Kommentar
Entschädigung für Laptops der Luzerner Kantonsräte: Unsensibel und unnötig

Die «IT-Entschädigung» für Kantonsräte kostet 30'000 Franken pro Jahr. Das ist unnötig. Die Beiträge sind auch unsensibel: Denn die Eltern von Gymi- und Berufsschülern müssen für die Laptops ihrer Kinder selber aufkommen.

Alexander von Däniken
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Die Digitalisierung im Kanton Luzern schreitet zügig voran. Seit diesem Sommer müssen Gymi- und Berufsschüler ihren eigenen Laptop in den Unterricht mitbringen. Zahlen müssen die Eltern.

Ab nächstem Sommer ist auch der Ratsbetrieb im Luzerner Kantonsparlament vollständig digital. Unverständlich dabei: Anders als die Eltern sollen die 120 Kantonsräte mit 250 Franken pro Jahr entschädigt werden – als Beitrag an einen Laptop oder an die Druckkosten. So schlägt es die Staatskanzlei vor – mit dem Segen der Geschäftsleitung des Kantonsparlaments, der unter anderem die Fraktionschefs angehören.

Die Entschädigung ist unsensibel. Eltern von Kanti- und Berufsschülern werden schlechter behandelt als Politiker. Sie müssen nicht nur die Geräte ihrer Kinder finanzieren, sondern sollen via Steuern auch die Geräte von Kantonsräten subventionieren, die ohnehin für ihre Arbeit bezahlt werden.

Die «IT-Entschädigung» ist aber auch unnötig. Denn sie verursacht Kosten von 30'000 Franken pro Jahr. Vom Spareffekt der Digitalisierung bleiben nur noch 50'000 Franken übrig. Und das in Zeiten, in denen der Kanton jeden Franken umdrehen muss. Das letzte Wort hat das Kantonsparlament. Es ist gut beraten, die Entschädigung an der nächsten Session zu entsorgen.