Kommentar
Entscheidende Kurskorrektur der FDP

Die Liberalen geben sich einem noch grüneren Anstrich.

Anna Wanner
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Wer alleine auf die Wahlen im Herbst blickt, kann den Schwenk der FDP in der Klima- und Energiepolitik vielleicht nur schwer nachvollziehen: Die Partei, die in den letzten Jahren in zahlreichen Kantonen bei den Wahlen gewann, riskiert, auf der Zielgeraden unnötig Wähler zu verlieren. Das zeigte zuletzt auch das Wahlbarometer: Die FDP würde laut aktuellster Umfrage minim verlieren.

Trotzdem ist die Kurskorrektur richtig, ja geradezu unausweichlich. Die Schweiz ist nicht nur wegen schmelzender Gletscher direkt vom Klimawandel betroffen. Migration und Naturkatastrophen wie zuletzt der Bergsturz in der Bergeller Gemeinde Bondo sind nur zwei Stichworte, die direkt mit der Erderwärmung zusammenhängen – und schwere finanzielle wie gesellschaftliche Folgen haben. Eigentlich müsste sich jede grosse Partei mit dem Phänomen und griffigen Lösungen auseinandersetzen. Bei ­manchen dauert es offenbar einfach etwas länger.

Dass die FDP vor einschneidenden Massnahmen wie einer Lenkungsabgabe auf Benzin und Diesel nicht zurückschreckt, ist für die Erreichung der ehrgeizigen Ziele zwingend. Denn mit halbbatzigen Massnahmen ändert sich das Verhalten des Einzelnen nicht. Wer für Mobilität mehr bezahlen muss, der geht auch sparsamer damit um. Möglicherweise müssen einzelne Massnahmen zusätzlich sozial abgefedert werden.

Unverrückbar bleibt: Im Verhältnis zu höheren Treibstoffpreisen sind die Kosten, die wir mit verstärktem Umweltschutz in Zukunft verhindern können, kaum bezahlbar.