Ohne Export bleibt der Aufschwung aus

Der Bundesrat entscheidet am Mittwoch über weitere Lockerungen der Corona-Massnahmen. Die Schweiz hängt wirtschaftlich jedoch nicht nur von den eigenen Bestimmungen ab.

Daniel Zulauf
Drucken
Teilen

Der Bundesrat will heute Nachmittag die nächsten Lockerungsschritte des Corona-Regimes bekanntgeben. Mit der allmählichen Wiedererweckung des öffentlichen Lebens kehrt auch die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr dessen zurück, was wir noch im Januar als «Normalität» empfunden hatten.

Doch gerade die besorgniserregenden Entwicklungen in der Exportwirtschaft führen uns drastisch vor Augen, dass wir diese Normalität nur zu einem sehr kleinen Teil selber wieder herstellen können.

Die Schweiz hat eine im internationalen Vergleich aussergewöhnlich hohe Aussenhandelsquote. Exporte und Importe ergeben in der Summe eine Zahl, die rund ein Fünftel höher ist als das Bruttoinlandprodukt. Diese Zahl zeigt unter anderem, dass wir unsere hochspezifischen Fertigkeiten zum Beispiel in der Herstellung von Uhren, komplizierten Maschinen oder Medikamenten überaus erfolgreich in die Welt hinaus tragen. Wir importieren viele Vorprodukte, um diese hierzulande zu veredeln und wieder auszuführen.

Während der Export in der Schweiz über 40 Prozent zur nationalen Wirtschaftsleistung beisteuert liegt diese Zahl in grösseren Ländern wie Deutschland, Frankreich oder den USA deutlich tiefer.

Der Covid-19-bedingte Zusammenbruch des internationalen Handels für die Schweiz auch deshalb ein besonders grosses Problem, das wir es selbst gar lösen können. Wir sind auf eine gute internationale Nachfrage angewiesen und diese kann nicht einmal eine weltweite Aufhebung des Corona-Lockdowns herbeizaubern. Was es braucht ist Vertrauen – weiss Gott woher dieses kommen soll.