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Kolumne

Familien- und schulergänzende Betreuungsangebote verbessern

Zuger Ansichten
Andreas Hürlimann, Kantonsrat ALG, Steinhausen
Andreas Hürlimann (Bild: PD)

Andreas Hürlimann (Bild: PD)

Eine verlässliche und flexible Kindertagesbetreuung ist der Schlüssel für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deshalb habe ich gemeinsam mit weiteren Kantonsrätinnen und -räten eine Motion für ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot im Kanton Zug eingereicht.

Ziel ist es, dass in allen Zuger Gemeinden – falls die Nachfrage vorhanden ist – Angebote mindestens zwischen 7 und 18 Uhr genutzt werden können. Es steht den Eltern aber frei, ob sie dieses Angebot nutzen möchten.

Für viele ein grosses Problem sind Betreuungsangebote während der Ferienzeit. Ferien sind dazu da, sich zu erholen. Wirklich? Der Stress für berufstätige Eltern beginnt jetzt aber an vielen Orten erst recht, denn Betreuungsangebote in den Schulferien sind Mangelware. So möchten wir ein Angebot etablieren, welches während mindestens 12 Ferien-Wochen ein erwerbskompatibles und bedarfsgerechtes Ferienangebot für Kindergarten- und Schulkinder sicherstellt.

Das Bedürfnis nach einem bedeutend stärkeren Angebot in der familien- und schulergänzenden Betreuung ist für mich und viele Experten offensichtlich.

Im Zusammenhang mit der Umsetzung der Zuwanderungsinitiative hat der Bundesrat einen Massnahmenkatalog erarbeitet, gemäss dem den Eltern, insbesondere den Frauen, die Berufstätigkeit erleichtert werden soll. So gibt es beispielsweise 55 000 Akademikerinnen, die nicht berufstätig sind. Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) stehen auch Tagesschulen auf der Agenda des Bundes. Fachkreise sind überzeugt, dass die heutige Organisationsform der Volksschule eine Hürde für die Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern ist.

Glücklicherweise müssen wir im Kanton Zug nicht bei Null anfangen. Es gibt etliche Tagesbetreuungsstätten. Die Gemeinden bieten Mittagstische und Randzeitenbetreuungen an. Aber die Nachfrage übersteigt das Angebot teilweise bei weitem. Ferienbetreuung findet nur in zwei Gemeinden statt.

Dass sich Investitionen in die Bildung und Betreuung von Kindern lohnen, ist in wenigen Ländern derart sichtbar wie in der Schweiz. Es wird geschätzt, dass die Investition von einem Franken in die Kinderbetreuung einen Nutzen von mindestens 1,70 Franken und maximal 2,20 Franken auslöst.

Uns ist es zudem ein Anliegen, dass die Gemeinden nicht einfach gezwungen werden, solche Angebote auf die Beine zu stellen. Sie sollen lediglich dafür sorgen, dass mindestens diejenigen Angebote geführt werden, für die eine genügende Nachfrage besteht.

Als der junge Bundesstaat vor 140 Jahren durchsetzte, dass allen Kindern ein genügender und kostenloser Primarschulunterricht zu gewähren war, war das ein viel grösserer Sprung, als der, zu dem die Schweiz und der Kanton Zug heute mit einem bedarfsgerechten Angebot an familien- und schulergänzenden Betreuungsangeboten anzusetzen haben. Der Kanton Zug gehörte damals zu jenen, welche die neue Herausforderung am besten meisterten. Werden wir der Leistung unserer Vorfahren auch heute gerecht!

Zudem fördert der Bund Projekte, mit denen Betreuungsangebote besser auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern ausgerichtet werden oder zahlt Beiträge an Kantone und Gemeinden, welche die Kosten der Eltern für die familienergänzende Kinderbetreuung senken. Für diese zwei neuen Finanzhilfen stellt der Bund 100 Millionen Franken bereit. Dies hat der Bundesrat im April 2018 entschieden. Gesuche um neue Finanzhilfen können ab Juli 2018 beim Bundesamt für Sozialversicherungen eingereicht werden. Packen wir diese Chance auch im Kanton Zug!

Hinweis

In der Kolumne «Zuger Ansichten» äussern sich Kantonsräte und Kantonsrätinnen zu von ihnen frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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