Kommentar

In der Klima-Debatte ist die Differenzierung aufgrund der Faktenbasis notwendig

Die Klimadebatte macht auch vor Feuerwerken nicht Halt. Deren Auswirkungen auf das Klima sind jedoch gering.

Jérôme Martinu, Chefredaktor 
Drucken
Teilen
Jérôme Martinu, Chefredaktor

Jérôme Martinu, Chefredaktor

Es gibt kaum ein Thema, wo man sich derzeit diskutierend derart in die Nesseln setzen kann, wie beim Klimawandel. Es sei hier dennoch getan. Weil es sehr wichtig ist, dass in der Debatte um den notwendigen Klimaschutz nicht bloss Extrempositionen gebolzt werden.

Wegen der Hitze steigt die Waldbrandgefahr. Ein komplettes Feuerverbot ist nicht mehr auszuschliessen. Und weil der 1. August naht, droht den Feuerwerken eine Absage. Man mag von der Böllerei halten, was man will. Für die einen pure Geldverschwendung, freuen sich andere über die nächtlichen Lichtspektakel. Und wieder andere verteufeln Feuerwerk, weil es zur Klimaerwärmung beitrage. Die Klimadebatte ist tatsächlich ein Faktor, weshalb die Migros in der Zentral- und Ostschweiz heuer aus dem Feuerwerksverkauf ausgestiegen ist. Das sind die Fakten gemäss einem Bericht des Bundes von 2014: Feuerwerke haben für’s Klima geringe Auswirkungen. Sie beeinträchtigen indes die jährliche Feinstaubbelastung und damit die Luftqualität um maximal 2 Prozent. Ein vernünftiger, zurückhaltender Umgang mit den Böllern ist also bestimmt nicht falsch.

Das Feuerwerk-Beispiel verdeutlicht, wie entscheidend und wichtig in der Debatte die Differenzierung ist, und zwar auf Faktenbasis. Um den in der Klimaerwärmung von Menschen verursachten Anteil merklich zu reduzieren, müssen wir vor allem dort ansetzen, wo der CO2-Ausstoss am grössten ist: bei der Strom- und Wärmeerzeugung.