Polemik
Gebt Blatter den russischen Pass!

Russland als neue Heimat für abgehalfterte Politiker, Funktionäre und Promis.

Dagmar Heuberger
Dagmar Heuberger
Drucken
Sepp Blatters.

Sepp Blatters.

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Wladimir Putin kann sich wahrlich nicht beklagen. Auf der internationalen Polit-Bühne ist er zwar weitgehend isoliert. Umso mehr Bewunderung und Zuspruch ernten er und sein Russland von abgehalfterten Politikern und mehr oder weniger zwielichtigen Promis aus der Welt des Films und des Sports.

Einer davon ist der Schauspieler Gérard Depardieu, seit 2013 russischer Staatsbürger und «bereit, für Russland zu sterben, weil es hier starke Menschen gibt», wie er sagte. Vom russischen Pass träumt auch Silvio Berlusconi. Putin habe ihm die russische Staatsbürgerschaft und das Wirtschaftsministerium angeboten, prahlte er laut der italienischen Zeitung «La Stampa». Berlusconi und Putin sind zwar alte Freunde, aber «das wäre natürlich unmöglich», dementierte ein Kreml-Sprecher.

Und nun also Sepp Blatter, auch er ein Freund und Bewunderer Putins. Bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2018 sehen sich die beiden heute in St. Petersburg wieder. Ob der Fifa-Präsident hofft, dass Putins starker Arm ihn vor den Korruptionsermittlungen in der Heimat schützt? Am sichersten wäre es, Blatter würde gleich die russische Staatsbürgerschaft und – wie Edward Snowden – Asyl beantragen.