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Kommentar

Geiz ist nicht geil

Das Vertrauen in die Medien ist in der Schweiz weiterhin hoch. Laut einer Studie sind jedoch nur 12 Prozent der Befragten bereit für Medieninhalte zu bezahlen.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

1,1 Milliarden Franken verdienen die Schweizer Zeitungen aktuell pro Jahr mit Werbeeinnahmen. Die Zahl zeigt die grossen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Verlagshäuser. Denn noch vor zehn Jahren löste der Anzeigen­verkauf jährlich 2,4 Milliarden! Der dramatische Rückgang ist – nebst Digitalisierung und bröckelnden Aboeinnahmen – Haupttreiber des medialen Strukturwandels.

Die Folgen sind bekannt, und sie waren diese Woche Thema bei der Präsentation der Umfrage- und Forschungsergebnisse zum Jahrbuch Qualität der Medien: Der wirtschaftliche Druck treibt die Medienhäuser zur Kooperation oder Fusion, nichtregionale Inhalte werden in sogenannten Mantelteilen über verschiedenen Regionen hinweg gemeinsam hergestellt. Mittendrin in der Medienkonzentration steht auch die «Luzerner Zeitung» mit ihren Regionalausgaben in Zug, Nid-, Obwalden und Uri als Teil des Unternehmens CH Media. Im Sinne der journalistischen Vielfalt steht die Konzentration nicht zu Unrecht in der Kritik. Wenn die Zeitungen weiterhin dem Qualitätsanspruch der Leserschaft genügen wollen, ist sie indes unausweichlich.

Dennoch: Das Vertrauen des Publikums in die Qualität der Informationen ist nach wie vor gross. Und dies wiederum ist «Ausdruck einer überwiegend noch guten Medienqualität». Von 66 untersuchten Informationsmedien erzielen 35 Titel auf der 10er-Skala Werte zwischen 6,1 und 8,3. Mehr als die Hälfte ist also qualitativ überdurchschnittlich. Unsere Zeitung rangiert im oberen Drittel auf Rang 18. Die guten Werte nehmen uns Medienschaffende in die Pflicht, trotz Strukturwandel weiterhin sorgfältig und mit der nötigen Tiefenschärfe zu arbeiten. Wir sind aber auch auf die Solidarität der Leser angewiesen. Denn journalistische Inhalte haben einen Wert – auch digital. Derzeit sind gerade mal 12 Prozent der Befragten bereit, für Onlinenachrichten zu bezahlen. Wer indes Medienqualität fordert, soll sich von der Geiz-ist-geil-Mentalität verabschieden.

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