Geld ist einfacher zu finden als Mut

Grossprojekte haben es in Luzern nicht einfach.

Sasa Rasic
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Spange Nord, Verlängerte Trolleybus-linien, Velowege, Carparkplätze, Begegnungszonen, Tempo 30 etc. Der Verkehr bewegt die Luzerner nicht nur physisch durch den Tag, sondern ist auch ein konstanter Begleiter im politischen Leben. Und das kommt nicht von ungefähr. Nicht nur, aber vor allem in der Stadt ist man täglich mit dem Verkehr konfrontiert – leider auf eine Art, die auch apolitische Zeitgenossen oft zu passionierten Wutbürgern werden lässt.

Eigentlich fruchtbarer Boden für innovative Ideen und neu gedachte Lösungen – würde man annehmen. Doch sobald so eine am Horizont erscheint, hat sie es schwer. Ein Beispiel dafür ist das Luzerner Metro-Projekt, welches in einem ersten Schritt eine unterirdische Verbindung zwischen dem Industriegebiet Ibach und dem Schwanenplatz vorsieht. So könnten zu Beginn etwa Cars aus dem Stadtzentrum herausgehalten werden. Und mit der Zeit die Linien in die Agglomeration verlängert werden. Auf wenig Gegenliebe stösst das Projekt beim Luzerner Stadtrat, welcher sich gar nicht erst damit auseinandersetzen will, wie es manchmal scheint. Trotzdem geben die Metro-Verantwortlichen nicht auf und haben in der Zwischenzeit nicht nur Ingenieurgrössen, sondern nun auch aus der Wirtschaft gewichtige Fürsprecher und Verbände auf ihre Seite geholt.

In Zeiten von praktisch kaum vorhandenen Zinsen, welche zum vermehrten Investieren in Immobilien führen (und Folgen haben, die einen beträchtlichen Teil der Bürger betreffen), würde das Metro-Projekt (geschätzte Kosten: 400 Millionen Franken) in Anlegerkreisen wohl mit Handkuss empfangen werden. Die Neuzugänge durch namhafte Grössen der Luzerner Wirtschaft, Unternehmerverbände und Verkehrspolitiker sowie das Know-how, welches sie mitbringen, lässt das vom Luzerner Stadtrat wiederholt vorgehaltene Argument der «Unfinanzierbarkeit» nun etwas anders erscheinen. Vielmehr als ein wahrgenommener Mangel an Geld scheint eine andere wichtige Ressource für derartige Projekte in der Region zu fehlen: Mut. Der Mut einer Region, etwas Zukunftsträchtiges zu wagen, statt das Gewohnte mit «Pflästerli-Massnahmen» einfach erträglicher zu machen.