Kommentar

Gesamtarbeitsvertrag für Luks und Lups: Mitsprache ist Pflicht

Redaktorin Yasmin Kunz äussert sich zum möglichen Gesamtarbeitsvertrag für die Mitarbeiter des Luzerner Kantonsspitals und der Luzerner Psychiatrie.

Yasmin Kunz
Drucken
Teilen
Yasmin Kunz, Redaktorin

Yasmin Kunz, Redaktorin 

Das Luzerner Kantonsspital und die Luzerner Psychiatrie sollen in eine Aktiengesellschaft mit Holding-Struktur überführt werden. So sieht es das neue Spitalgesetz vor, über welches der Kantonsrat in der nächsten Session befinden wird. Aktuell sind es selbständige öffentlich-rechtliche Anstalten.

Im Zuge der Rechtsformänderung soll das Personal über einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) abstimmen können. Dies ist ein sinnvoller Schritt für den grössten Arbeitgeber der Zentralschweiz. Das Luzerner Kantonsspital und die Psychiatrie zählen zusammen mehr als 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein GAV schafft verbindliche Arbeitsverhältnisse und definiert Mindestarbeitsbedingungen. Ein solcher Vertrag enthält in der Regel unter anderem normative Bestimmungen zu Löhnen, Ferien, Arbeitszeiten sowie Entschädigungen. Damit ist der Arbeitnehmer geschützt – zum Beispiel vor Dumpinglöhnen.

Auch für Spital und Psychiatrie als Arbeitgeber bringt ein GAV Vorteile. Die Institutionen in der Gesundheitsbranche sind darauf angewiesen, attraktive Arbeitgeber zu sein. Denn der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist längst Realität und erschwert die Suche nach qualifiziertem Personal. Doch ein Gesamtarbeitsvertrag allein ist noch kein Garant für attraktive Arbeitsbedingungen. Genau darum ist es entscheidend, dass das Personal mitreden und über den Vertrag abstimmen kann.