Kommentar

Bypass Luzern: Grosse Baustelle, grosse Chance

Der Bypass Luzern bedeutet für die Region Luzern in den nächsten Jahrzehnten einen riesigen Einschnitt. Das Jahrhunderprojekt bringt für die Bevölkerung bis zur Eröffnung entbehrungsreiche Jahre, doch es ist für unseren Autor auch eine Jahrhundertchance.

Robert Knobel
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Robert Knobel

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Zwischen 2025 und 2040 laufen im Raum Luzern die Arbeiten für die wohl grössten Bauprojekte dieses Jahrhunderts: Bypass und Durchgangsbahnhof verringern die Abhängigkeit einer ganzen Region von einer Verkehrsinfrastruktur des 19. und 20. Jahrhunderts. Statt Staus und Transitautobahnen mitten durch die Stadt gibt es ab 2036 mit dem Bypass eine moderne und leistungsfähige Umfahrung. Und statt kurvigen Nadelöhren aus den Anfängen der Eisenbahngeschichte darf Luzern 2040 den Tiefbahnhof und den ersten Seetunnel der Schweiz eröffnen. Dieser Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist für die ganze Zentralschweiz ein Quantensprung.

Doch erst einmal stehen viele entbehrungsreiche Jahre an. Die Bauarbeiten für den Bypass werden zu Verkehrsbehinderungen und -überlastungen führen. Der Bau der Durchmesserlinie wird den heutigen Bahnhof genauso wie den Busbahnhof zur Hälfte lahmlegen, in Luzern und Kriens werden hässliche Grossbaustellen während Jahren das Stadtbild prägen. Zum Bypass sind in den letzten Tagen zahlreiche politische Vorstösse und Forderungen in Luzern, Emmen und Kriens eingegangen. Sie haben eine siedlungs- und bevölkerungsverträgliche Umsetzung des Projekts zum Ziel, insbesondere während der Bauarbeiten. Zu Recht wartet die Luzerner Bevölkerung nicht einfach auf den Eröffnungstag der Jahrhundertprojekte, sondern will deren Umsetzung aktiv und kritisch begleiten. Nur so wird aus einem Jahrhundertprojekt eine Jahrhundertchance.