Kommentar
Nachholbedarf bei Naturthemen: Ein Hoffen auf die zweite Aufholjagd

Der Bund misst die nachhaltige Entwicklung in Kantonen. Luzerns Wirtschaft schneidet besser ab als die Umwelt. Ein Kommentar.

Sasa Rasic
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Der Bund misst die nachhaltige Entwicklung im Grossteil der Kantone. Dies geschieht durch eine umfangreiche Datensammlung namens «Circle Indicateurs». Dabei werden die Zahlenberge in einfache Werte von 1 bis 10 verwandelt, was räumliche und zeitliche Vergleiche ermöglicht.

Luzern gibt dabei ein interessantes Bild ab. Während bei wirtschaftlichen Indikatoren – allen voran öffentlicher Haushalt und Steuerbelastung – noch vor acht Jahren im Vergleich zu anderen Kantonen unterdurchschnittliche Werte verzeichnet wurden, zeigen sich heute fast Höchstwerte (9). Im Schatten dieser erfreulichen Entwicklung kommen die Werte bei Umweltthemen in den letzten Jahren kaum vom Fleck. So betragen die Werte für Indikatoren wie Fläche der Naturräume oder Biodiversität jeweils eine 2. Dass sich Wirtschaft und Umwelt nicht per se als Zielkonflikte ausschliessen, sieht man in der Nachbarschaft. Zug etwa überstrahlt Luzern bei Wirtschaftsthemen und präsentiert überdurchschnittliche Werte im Umweltbereich.

Immerhin hat der Luzerner Regierungsrat die Zeichen der Zeit erkannt und im August bekannt gegeben, jährlich zusätzliche 1,2 Millionen Franken in die Biodiversität investieren zu wollen. Bezüglich wirtschaftlicher Entwicklung hat Luzern eine veritable Aufholjagd hingelegt. Mit genügend Wille sollte auch eine zweite möglich sein – diesmal im Bereich Umwelt.