Indonesiens Regierung will «zehn neue Balis» aus dem Boden stampfen

Der asiatische Inselstaat hat sich zum Ziel gesetzt, seine eigenen Tourismusrekorde zu knacken. 

Barbara Barkhausen
Hören
Drucken
Teilen
Wunderschön, aber überfüllt: Die Ferieninsel Balil (Bild: Pixabay)

Wunderschön, aber überfüllt: Die Ferieninsel Balil (Bild: Pixabay)

Bali ist Indonesiens bekanntestes Inselparadies mit herrlichen Stränden und tropischem Flair. Über fünf Millionen internationale Besucher kommen jedes Jahr aus aller Welt. Doch Bali ist nur eine von über 18000 Inseln im südostasiatischen Inselstaat. Indonesiens Präsident Joko Widodo will den Erfolg der beliebten Urlaubsinsel nun auch auf andere Regionen seines Landes übertragen. Zehn «neue Balis» sollen entstehen, hat er angekündigt: Reiseziele, die bisher nicht gut erschlossen und damit für Reisende nur schwer erreichbar waren.

Es ist nicht die erste grosse Vision Widodos: Auch mit dem Plan, die Hauptstadt vom überfüllten, problembelasteten Jakarta in die einsame Provinz von Ostkalimantan auf Borneo zu verlagern, machte er weltweite Schlagzeilen. Widodo hofft, damit den Wohlstand besser im Land verteilen und weiter ausbauen zu können. Doch Umweltschützer reagieren mit Kritik auf seine Ideen. Ostkalimantan ist eine der Regionen, in der auch Orang-Utans, Sonnenbären und Langnasenaffen leben.

Gouverneur wirbt mit christlicher Bevölkerung

Unter den «zehn neuen Balis», die Widodo und seine Tourismus-Profis jetzt aus dem Boden stampfen wollen, sind Mandalika auf der Insel Lombok, der Tobasee in Nord-Sumatra, der in einer gebirgigen Region mit heissen Quellen und Wasserfällen liegt, der Borobudur Tempel-Komplex in Zentral-Java, ein bisher wenig bekanntes Weltkulturerbe, Labuan Bajo, das «Gateway» zum Komodo Nationalpark, in dem die prähistorischen Komodowarane zu Hause sind, und Pulisan, am äussersten Zipfel Nord-Sulawesis gelegen: eine malerische Bucht mit Korallen und tropischen Fischen.

Likupang, die Region, in der das kleine Paradies Pulisan liegt, ist eine von fünf Wirtschaftszonen, die die indonesische Regierung im Rahmen der zehn «neuen Balis» derzeit entwickelt. «Die Leute hier sind nicht viel anders als die Balinesen», sagte der Gouverneur Nord-Sulawesis, Olly Dondokambey, dem australischen Sender ABC. «Sie heissen Besucher willkommen, lächeln immer.» Wenn alle zusammenarbeiten würden, dann könne man – so glaubt der Gouverneur – Bali sogar schlagen.

2018 besuchten bereits 100000 ausländische Urlauber seine Region, doch der Gouverneur hofft, die Zahl auf eine halbe Million im kommenden Jahr erhöhen zu können. Als einen Verkaufspunkt für seine Region sieht er, dass der Grossteil der dortigen Bevölkerung christlich und nicht muslimisch ist.