Kommentar

Ja zu Lärmblitzer für Autos und Töffs – aber es braucht auch Grenzwerte

Christian Peter Meier
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Eine bestechende Idee: Die grüne Luzerner Kantonsrätin Monique Frey verlangt in einem Postulat, Lärmverursacher im Verkehr mittels neuer Technik zu «blitzen» und analog zu Temposündern auch zu büssen. Im Auge hat die Politikerin gewisse Töfffahrer und – mehr noch – die sogenannte Poserszene. Also jene vornehmlich jungen Männer, die sich in hochgerüsteten Fahrzeugen gefallen und akustisch gerne über die Stränge schlagen. Krach um des Kraches willen.

Christian Peter Meier

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Lz

Mit ihrem Vorstoss trägt die Emmer Politikerin eine Diskussion in die Zentralschweiz, die in Frankreich mit der Erfindung des «Lärmblitzers» lanciert wurde und bereits verschiedene Kantone erreicht hat. Mittels der unterdessen im Handel erhältlichen elektronischen Geräte lassen sich Lärmüberschreitungen nicht nur nachweisen, sondern offenbar auch zuverlässig einzelnen Fahrzeugen zuordnen. Soll sich Luzern also entschliessen, die Polizei mit solchen Lärmblitzern auszurüsten? Durchaus!

Doch allein mit dem neuen Gerät lässt sich der Krach keineswegs beseitigen. Um Sanktionen aussprechen zu können, müssten auf Bundesebene zusätzlich klare Regeln definiert werden. Zwar ist bereits heute durchaus detailliert festgelegt, welche Formen von «vermeidbarem Lärm» verboten sind. Trotzdem werden einmal vorliegende Messresultate einem grossen Ermessensspielraum unterliegen. Die entscheidende Frage lautet darum: Wie viele Dezibel sind des Schlechten zu viel?

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