Kommentar
Internetbetrüger: Jeder hat etwas zu verbergen

Cybercrime-Betrüger ergaunerten im vergangenen Jahr Rekordbeträge. Die Polizei stockt deshalb auf - gefragt ist aber auch Eigenverantwortung.

Raffael Schuppisser
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Raffael Schuppisser.

Raffael Schuppisser.

Das Internet ist zum erweiterten Lebensraum geworden: auch für Kriminelle. Tagtäglich erbeuten Hacker Daten und erpressen damit ihre Opfer. Oder stellen diese bloss, indem sie die persönlichen Informationen im Internet für alle zugänglich machen.

Viele Menschen sorgen sich weder vor Hackerangriffen noch vor ausufernder Überwachung: Ich habe ja eh nichts zu verbergen, sagen sie sich. Wenn Sie auch so denken, dann denken Sie noch einmal nach: Gibt es da nicht doch ein paar peinliche Fotos auf ihrem Handy, von denen Sie nicht möchten, dass sie alle Arbeitskollegen sehen? Oder intime Details in E-Mails, die Sie mal an eine Geliebte geschrieben haben, die nun wirklich nicht alle Nachbarn kennen müssen? Und was ist mit Ihrer Steuererklärung? Eben.

Wie leicht Hacker Beute machen können, zeigte sich Anfang Jahr in Deutschland, als ein 20-Jähriger persönliche Daten von fast 1000 Politikern ins Netz stellte. Die Bekämpfung solcher Verbrechen fordert neue Kompetenzen, über welche die Strafverfolgungsbehörden noch nicht zur Genüge verfügen. Dass nun in der Schweiz die Polizei im Kampf gegen Cybercrime aufrüstet, ist richtig. Es ist auch klar, dass das etwas kosten wird.

Die Verantwortung gänzlich auf die Behörden zu schieben, wäre aber falsch. Denn für die Sicherheit seiner Daten ist auch jeder Einzelne selber verantwortlich. Die Kombination «123456» taugt ebenso wenig als Passwort wie der eigene Name zusammen mit dem Jahrgang. Würden alle Nutzer solche Grundregeln konsequent beachten, dann wäre schon viel gewonnen.