Verletzungen und gestörtes Verhältnis zum Trainer: Jetzt liegt es an Shaqiri, sich wieder im Nationalteam einzufinden

Für die drei anstehenden Länderspiele der Schweiz kehrt Xherdan Shaqiri zurück. Nun liegt es an ihm zu zeigen, wie sehr er diese Nationalmannschaft noch um sich haben und sich in ihren Zirkel einordnen will.

Christian Brägger
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Christian Brägger, Sportredaktor.

Christian Brägger, Sportredaktor.

Bild: Hanspeter Schiess

Am 9.Juni 2019 erwies Xherdan Shaqiri in Portugal dem Schweizer Nationalteam letztmals die Ehre. Nach dem verlorenen Spiel um Platz drei am Final-Four-Turnier der Nations League gegen England begann er sich zu zieren. Von einem gestörten Verhältnis zu Nationaltrainer Vladimir Petkovic war die Rede, Verletzungen und andere Probleme taten das ihrige. Lauter Absagen waren die Konsequenz. Und nun folgt das schon beinahe Unerwartete: Für die drei anstehenden Länderspiele der Schweiz kehrt Shaqiri zurück, und man ist geneigt zu sagen: Na also, geht doch.

Shaqiri stösst nicht dank seinem kümmerlichen Leistungsausweis im Klub bei Liverpool in den Kreis der Erlesenen. Sondern, weil Petkovic, die Mannschaft und im Grunde jeder Fussball-Aficionado wissen, dass nur mit einem lustvollen Shaqiri Ausserordentliches möglich ist – jetzt und in der Zukunft. Diesen Tatbeweis hat der 28-Jährige in der Vergangenheit in manchem seiner 82 Länderspiele und mit manchen seiner 22 Tore mehrfach erbracht.

Shaqiri hat den Geduldsfaden aller Beteiligten arg strapaziert. Das Team begann, sich zu emanzipieren von seinem Star, wenngleich die Resultate nicht nur gut waren. Es ist nicht zu erwarten, dass von Seiten der Fans nun ein Liebesentzug erfolgt. Shaqiri ist trotz allem der Liebling der Masse. Aber mit der Liebe ist es wie mit vielen Dingen im Leben: Sie währt selten ewig.

So liegt es nun an Shaqiri, zu zeigen, wie sehr er diese Nationalmannschaft noch um sich haben und sich in ihren Zirkel einordnen will. Oder wie stark er darauf bedacht ist, was man ihm bisweilen nachsagt – und was die Wahl seiner Arbeitgeber suggeriert: Dass er sich selber der Nächste ist.