Kommentar

Kanton Luzern muss seine verschärften Gülle-Regeln kritisch überprüfen

Mit dem Teilplan Ammoniak und dem Phosphorprojekt III hat der Luzerner Regierungsrat zwei wegweisende Regelwerke für die Landwirtschaft verabschiedet – und härtere Vorschriften erlassen. Ob sie die gewünschte Wirkung erzielen, muss frühzeitig abgeklärt werden.

Niels Jost
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Redaktor Niels Jost

Redaktor Niels Jost

Bild: Corinne Glanzmann

Überdüngte Böden, verschmutzte Seen: Die hohe Nutztierdichte im Kanton Luzern hat über Jahrzehnte zu übermässigen Ammoniakemissionen und zu erhöhter Phosphorkonzentration im Baldegger-, Hallwiler- und Sempachersee geführt. Nun verschärft der Regierungsrat die Massnahmen in der Landwirtschaft, um den Schaden zu reduzieren. Rund um die Seen dürfen die Bauern beispielsweise weniger güllen und ihre Tier­bestände nicht erhöhen. Dafür werden sie entschädigt.

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Alles andere als eine Verschärfung der bereits geltenden Massnahmen wäre ein Hohn. Schliesslich ist die ganze Gesellschaft auf eine intakte Natur angewiesen. Positiv zu werten ist zudem, dass die Regierung bei der Umsetzung der Auflagen Hilfe bietet. Etwa mit dem neuen Ammoniak-Experten, der die Bauern unterstützt. Dass Umweltverbände dennoch härtere und gewisse Landwirte laschere Vorschriften fordern, liegt in der Natur der Sache. Mit den jetzigen Massnahmen wurde aber ein guter Kompromiss gefunden: Er ermöglicht weiterhin eine rentable Landwirtschaft, was für Luzern als drittgrössten Agrarkanton von eminenter Bedeutung ist. Und er führt langfristig zu einer Gesundung der Natur.

Bis dahin dauert es allerdings noch Jahrzehnte. Der Kanton tut daher gut daran, seine neuen Gülle-Regeln frühzeitig und selbstkritisch zu überprüfen – und wenn nötig, die Massnahmen nochmals zu verschärfen.

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