Kommentar

Bei nachhaltigen Fonds ist mehr Transparenz gefragt

Viele Kunden haben falsche Vorstellungen, wenn sie in nachhaltige Fonds investieren. Die Anbieter sind gefragt. Sie müssen genauer kommunizieren.

Maurizio Minetti
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Maurizio Minetti.

Maurizio Minetti.

Nachhaltigkeit ist ein dehnbarer und überstrapazierter Begriff. In Bezug auf Finanzanlagen hat die Hochschule Luzern nun in einer Studie festgestellt, dass sogenannte nachhaltige Fonds in der Schweiz zwar immer beliebter werden. Allerdings gibt es rund um deren Wirkung noch viele Missverständnisse. Kunden gehen davon aus, dass solche Anlagen zwingend eine positive Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft haben.

Laut der Studie verspricht aber nur eine Minderheit der angebotenen Nachhaltigkeitsfonds explizit einen positiven ökosozialen Effekt. Die Autoren nehmen damit die Banken in Schutz, die sich immer wieder die Kritik anhören müssen, «Green­washing» zu betreiben, also nicht wirklich nachhaltige Fonds entsprechend anzupreisen. Mit anderen Worten: Eine bewusste Täuschung der Anleger ist selten, eine falsche Erwartungshaltung häufig.

Dieser Befund mag korrekt sein, aber wenn viele Menschen etwas missverstehen, muss der Absender einer Botschaft etwas falsch gemacht haben. Fondsanbieter sollten offener und klarer kommunizieren, was ein nachhaltiger Fonds genau leistet und was eben nicht. Zwar stehen finanzielle Aspekte bei Anlagefonds nach wie vor im Vordergrund, aber immer mehr Anleger wollen eben auch wissen, wie gross der «Fussabdruck» der Firmen ist, in die sie über den Fonds investieren. Eine Skala oder ein einheitlicher Index würden hier Abhilfe schaffen.