Kommentar «Chefsache»
Perfekter Freund und Helfer – Polizei verdient auch mal ein Dankeschön

Bussen verteilen und Nachtruhe anmahnen - die Arbeit der Polizei kann uns manchmal nerven. Aber dieser Blick greift viel zu kurz, wie eine Krimi-Episode am Lucerne Marathon und die zu vielen Einsätze wegen Fussball-Chaoten zeigen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Geht zu oft vergessen: Die Luzerner Polizei sorgt für die öffentliche Sicherheit.

Geht zu oft vergessen: Die Luzerner Polizei sorgt für die öffentliche Sicherheit.

Archivbild: Eveline Beerkircher (Luzern, 12. Dezember 2016

Als hätte der erste Lucerne Marathon unter pandemischen Bedingungen nicht schon selber eine Erfolgsgeschichte geschrieben, kam am letzten Sonntag auch noch ein Krimi mit Happy End hinzu. Ein Schwyzer Polizist war in seiner Freizeit im Zielgelände beim Verkehrshaus, als er im Publikum einen in Zug entlaufenen Sträfling erkannte. Umgehend alarmierte er die Luzerner Polizei, die den Flüchtigen dingfest machen konnte. «Auch wenn wir frei haben, sind wir als Polizisten immer auch ein wenig im Dienst», wies er bescheiden auf die Selbstverständlichkeit seines Handelns hin. Ihm gebührt Dank für seinen Einsatz als perfekter Freund und Helfer.

Der Arm des Gesetzes muss unter dem Prinzip der Verhältnismässigkeit das Einhalten der Spielregeln kontrollieren und Fehlverhalten ahnden. Aber seien wir ehrlich: Polizistinnen und Polizisten ärgern uns eher, als dass wir ihnen danken – zu oft zu unrecht. Die Polizei verteilt Parkbussen. Büsst, wenn wir mit dem Velo auf dem Trottoir fahren. Läutet an der Tür, wenn unsere Party die Nachtruhe stört. Mit den eigenen Fehlern konfrontiert zu werden, das ist unangenehm.

Wir sollten der Polizei aber auch dankbar sein, dass sie für die nötige Sicherheit sorgt. Zum Beispiel bei Fussball-Hochrisikospielen, wo sie mit teuren Grossaufgeboten agieren, sich verhöhnen und mit Gegenständen bewerfen lassen muss – weil es die Klubs immer noch nicht geschafft haben, diesem sinnfreien Treiben Einhalt zu gebieten. Die Politik will hier nun durchgreifen. Es ist höchste Zeit dafür.

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