Kommentar
Der FCL hat eine neue Verwaltungsrätin: Willkommene Frauenpower im männergeprägten Teamsport

Ursula Engelberger-Koller, so heisst die neue Verwaltungsrätin des FC Luzern. Die Wahl einer Frau in das strategische Führungsgremium des publikumsträchtigsten Sportklubs der Zentralschweiz ist überaus erfreulich. Unschön allerdings: Über die Beweggründe oder Ziele der 46-jährigen Buochser Anwältin ist nichts zu erfahren, sie gab (noch) keinerlei Auskünfte.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Blick ins Stadion des FC Luzern, bei dem nun auch eine Frau im Verwaltungsrat mitentscheiden wird.

Blick ins Stadion des FC Luzern, bei dem nun auch eine Frau im Verwaltungsrat mitentscheiden wird.

Archivbild: LZ

Leider noch immer keine Selbstverständlichkeit: Frauen in Führungspositionen. Das ist auch ganz besonders in männlich dominierten Teamsportarten so. Aber es tut sich zum Glück etwas! Der FC Luzern hat mit Ursula Engelberger-Koller jetzt eine neue Verwaltungsrätin, wie gestern bekannt wurde. Und bei den Handballern des HC Kriens-Luzern ist Julia Schwöbel seit Anfang Juni in einer gleichen Rolle tätig.

Die neue FCL-Verwaltungsrätin Ursula Engelberger-Koller (46).

Die neue FCL-Verwaltungsrätin Ursula Engelberger-Koller (46).

Bild: PD

«Als gesellschaftliche Institution der Innerschweiz steht es dem FCL gut an», dass nun eine Frau die Geschicke des Klubs mitverantwortet. Es ist tatsächlich erfreulich, dass nach der Ankündigung vom Februar nun eine Frau für den Verwaltungsrat gefunden wurde, die sich besonders um eine gewissenhafte Unternehmensführung kümmern will. Umso bedauerlicher, dass zum so zukunftsträchtigen Personalentscheid nicht mehr zu erfahren ist. Die Medien konnten gestern nicht mit der neuen Verwaltungsrätin reden.

Weil die Neuigkeit ausschliesslich positiv ist, darf man grosszügig davon ausgehen, dass das mediale Schweigen nur ein Fauxpas und der FCL nicht in die bekannteste Falle der Gleichberechtigung getreten ist: Die Alibiwahl. Denn Frauen müssen zuverlässig in Führungspositionen befördert werden, damit sie dort mitentscheiden und auch gegen aussen auftreten können. Mehr Frauenpower ist gerade im Profisport der Männer willkommen. Und darum blicken wir auch in den Kanton Zug. Wann wagt der EVZ diesen Schritt?