Kommentar
Der «grüne» Beton kann kommen

Wer nachhaltig baut, sollte den Einsatz von Recyclingbeton erwägen.

Maurizio Minetti
Maurizio Minetti
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Ressourcen sind endlich. Das gilt unter anderem auch für Sand, den es für die Herstellung von Beton braucht. Es liegt auf der Hand, dass die Baubranche nicht mehr weitermachen kann wie in den vergangenen Jahrzehnten: Wenn für Neubauten nur immer hundertprozentig neu hergestelltes Material gebraucht wird, gehen irgendwann die Ressourcen aus. Beton kann nämlich gut rezykliert werden, bislang liessen die Methoden aber zu wünschen übrig.

Nun scheint aber ein Innovationsschub die Baubranche erfasst zu haben. Grosskonzerne wie Sika und Holcim, aber auch inhabergeführte KMU tüfteln an Methoden, um möglichst effizient Recyclingbeton herzustellen. Gleichzeitig erlauben es einige dieser Verfahren, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu holen und in Beton oder Kalkstein zu binden. Das ist sozusagen eine Win-win-Situation in Bezug auf das Klima.

Wer immer noch skeptisch ist, sollte sich vor Augen führen: In vielen Bereichen ist Recyclingmaterial mittlerweile der wichtigste Rohstoff geworden. Das war vor einigen Jahrzehnten noch nicht so. Man denke beispielsweise an die Papierherstellung mittels Altpapier und die Stahlherstellung mittels Schrott. Die Ressourcen Eisenerz und Holz werden dabei geschont. Beim Beton ist das auch möglich, denn für viele Bereiche weist Recyclingbeton die gleichen Eigenschaften auf wie Primärbeton. Wer nachhaltig baut, sollte den Einsatz von Recyclingbeton erwägen.

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