Kommentar
Luzerner Bauern müssen kürzere Arbeitszeit für ihre Angestellten akzeptieren

Für Mitarbeiter auf Bauernhöfen gibt es derzeit keine Höchstarbeitszeit. Das will die Luzerner Regierung ändern. Die vorgeschlagenen 49 Stunden pro Woche passen den Bauern zwar nicht, dürften aber mehrheitsfähig sein.

Lukas Nussbaumer
Lukas Nussbaumer
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Die tägliche Arbeitszeit dürfe «normalerweise zehn Stunden nicht übersteigen». Das ist die einzige Regel zur Arbeitszeit, die für Angestellte auf Luzerner Bauernhöfen gilt. Die Regierung will das Arbeitsvolumen nun auf maximal zehn Stunden pro Tag und 49 Stunden pro Woche beschränken. Auch die Bauern wollen einen Zeitdeckel. Er soll jedoch bei 52 Stunden liegen, da 49 Stunden in der Branche nicht mehrheitsfähig seien.

Dass die Bauern von kürzeren Arbeitszeiten für ihre Mitarbeiter nicht begeistert sind, ist nachvollziehbar. Ebenso einleuchtend ist es, wenn sie das Sonn- und Feiertagsverbot für Minderjährige als realitätsfremd einstufen. Schliesslich wollen Tiere auch am Sonntag versorgt werden. Und es ist genauso nachvollziehbar, wenn sie das angekündigte, aber nicht erfolgte Anhören bei der Erarbeitung des neuen Normalarbeitsvertrags kritisieren.

Der letzte Kritikpunkt ist nur eine Randnotiz wert. Massgebend sind die zwei inhaltlichen. Und da werden die Bauern wohl mit 49 Stunden leben müssen, da die Regierung ihren Vorschlag nach der Vernehmlassung bei Parteien und Verbänden kaum verwerfen wird. Angestellte in der heutigen Zeit zum Leisten von 50 und mehr Arbeitsstunden pro Woche verpflichten zu wollen, würde reichlich seltsam anmuten. Anders ist es mit der Sonn- und Feiertagsarbeit für Lernende: Sie muss wie in anderen Branchen in begrenztem Rahmen weiter möglich sein. Wer Landwirt wird, weiss schliesslich, dass Kühe jeden Tag gemolken werden müssen.

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