Kommentar
Neuanfang für Kofler: Ein sympathisches und riskantes Projekt

Drei Mitarbeiterinnen wollen nach der Schliessung des Luzerner Modehauses Kofler ein neues Geschäft mit gleichem Namen gründen. Das mutige Vorhaben verdient Respekt.

Stefan Dähler
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Es war eine traurige Nachricht: Im August wurde bekannt, dass das Luzerner Modegeschäft Kofler sämtliche Filialen schliesst; über 100 Mitarbeitende sind betroffen. Doch nun könnte die Geschichte doch noch eine positive Wendung nehmen: Drei Kofler-Mitarbeiterinnen wollen sich nicht mit dem Ende abfinden. Sie planen, im Herbst 2022 an der Kapellgasse in der Luzerner Altstadt ein neues Kofler-Geschäft zu eröffnen.

Brigitte Bucheli, Sandra de Falco und Monika Wicki (von links) beim Gebäude an der Kapellgasse, wo sie eine neue Kofler-Filiale eröffnen wollen.

Brigitte Bucheli, Sandra de Falco und Monika Wicki (von links) beim Gebäude an der Kapellgasse, wo sie eine neue Kofler-Filiale eröffnen wollen.

Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 23. November 2021)

Es ist ein sympathisches Projekt. Wie die drei das Schicksal in die eigenen Hände nehmen, zeugt von Mut und verdient Respekt. Auch für den Neubau an der Kapellgasse, wo Mietinteressenten zuletzt nicht gerade die Tür eingerannt sind, wäre das Geschäft ein Gewinn. Doch das Vorhaben ist riskant. Die Zeiten für traditionelle Modegeschäfte sind angesichts der fortschreitenden Digitalisierung schwierig. Davon zeugt nicht zuletzt das Ende von Kofler nach rund 170-jähriger Geschäftstätigkeit.

Auch der «neue» Kofler setzt auf klassischen Verkauf und nicht auf Onlinehandel. Die Philosophie sowie die Zielgruppe sollen dieselbe bleiben wie bisher. Kann das gut gehen? Trotz der erwähnten Hürden spricht auch einiges dafür: Im Vergleich zum bisherigen Unternehmen sind nicht mehrere Filialen vorgesehen, folglich wären die Fixkosten tiefer. Und die grosse Motivation der drei Frauen trägt sicher dazu bei, dass zahlreiche Kundinnen Kofler treu bleiben. Die Zukunft wird zeigen, wohin der Weg führt. Ein Erfolg wäre den Initiantinnen auf jeden Fall zu gönnen.

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