Kommentar

Null Emissionen bis 2050: Ohne Verbote erreicht der Kanton Luzern das Ziel kaum

Erstmals zeigt ein 170 Seiten starker Planungsbericht auf, was es bedeutet, wenn im Kanton Luzern 2050 kein CO2 ausgestossen werden soll. Schon jetzt ist klar: Ohne staatliche Härte geht es nicht.

Alexander von Däniken
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«Es gibt keinen Impfstoff für den Planeten», sagte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres vor einem Monat. Die Radikalkur lautet stattdessen: Die CO2-Emissionen bis 2050 auf netto Null senken. Darauf haben sich zahlreiche Länder beim Pariser Klimaabkommen geeinigt, darunter die Schweiz. Aber was bedeutet das konkret für die Kantone und deren Bewohner? Aufschluss gibt der am Montag präsentierte, 170 Seiten starke Planungsbericht des Kantons Luzern.

Konkret will Luzern die Treibhausgasemissionen von derzeit 2,5 Millionen Tonnen auf 0,4 Millionen in knapp 30 Jahren senken. Der Rest soll mit Zertifikaten und Technologien zur CO2-Speicherung kompensiert werden. Als Mittel der Radikalkur sieht das Departement um Regierungsrat Fabian Peter bestehende Massnahmen vor. Er setzt auch auf die Innovationskraft der Unternehmen und auf die Vernunft der Bürger.

Explizit ausformulierte Verbote und Lenkungsmassnahmen sind rar. Das mag einerseits mit übergeordnetem Recht zu tun haben – für die Zulassung von Fahrzeugen ist zum Beispiel der Bund zuständig. Andererseits dürfte politisches Kalkül eine Rolle spielen. Schliesslich ist der Planungsbericht erst in der Vernehmlassung. Trotzdem zeichnet sich ab, dass es mehr staatliche Härte brauchen wird, um das Klimaziel zu erreichen. Wie das geht, weiss der Kanton Luzern bestens: Seit 2019 hat er ein Energiegesetz, das die Neuinstallation von zentralen Elektroheizungen verbietet.