Kommentar
Stellensuche bei Studienabgängern: Der Trend stimmt, doch Unsicherheiten bleiben

Die Arbeitslosenquote bei Personen mit Abschluss auf Hochschulstufe hat sich seit vergangenem August halbiert. Das ist erfreulich – doch die Lage bleibt trügerisch.

Pascal Studer
Pascal Studer
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Vorlesungen nur am Bildschirm, kein Austausch mit Mitstudierenden – und fast immer eingeschlossen in den eigenen vier Wänden: Corona hat den Studierenden in den letzten drei Semestern einiges abverlangt. Für viele ist das Studium nämlich nicht nur ein Büffeln interessanter Literatur und ein Austesten eigener intellektueller Grenzen, sondern eben auch ein prägender Lebensabschnitt auf persönlicher Ebene.

Umso erfreulicher ist daher die Tatsache, dass sich die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen mit tertiärem Bildungsniveau seit vergangenem August halbiert hat. Damals war diese in die Höhe geschnellt und im Vergleich zu den Vorjahren auf bedenklichem Niveau. Anders die derzeitige Situation: Gemäss Kanton Luzern sind gegenwärtig nicht mehr Personen mit tertiärem Bildungsniveau arbeitslos als in den Vorjahren.

Auch wenn dieser Trend begrüssenswert ist: Die Situation bleibt trügerisch, denn die Zahlen dienen höchstens als Indiz für eine Entspannung. Wie herausfordernd die Stellensuche tatsächlich ist, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen – für die meisten Abgängerinnen und Abgänger steht der Abschluss nämlich erst an. Besorgniserregend ist zudem, dass viele Studierende wegen der weggefallenen Nebenjobs seit Monaten ohne Nebeneinkünfte sind, der finanzielle Druck hat sich für viele akzentuiert. Somit dürfte nicht nur die anstehende Stellensuche, sondern auch die angefallene Schuldenlast die Studierenden überdurchschnittlich belasten.