Pfötli-Blog

Lob ist ganz wichtig und auch Streicheleinheiten dürfen dabei nicht fehlen

Menschen wollen gelobt werden. Tiere genauso. Ganz besonders dann, wenn unsere Vierbeiner zu Jäger werden und uns stolz ihre Beute präsentieren.

Susanne Hörth
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Susanne Hörth

Wer Katzen hat, weiss auch, dass es die Samtpfoten bestens verstehen, uns mit ihrem Schnurren und Um-die-Beine-streichen in Verzückung zu versetzen.

Selbst verzückt ist unser Kätzchen aber bei etwas ganz anderem. Die Stubentiger werden im Freien zu Raubtieren, zu Jägern. Und für das Gejagte – in der Regel Mäuse, Vögel und Blindschleichen – wollen sie gelobt werden.

Ob die Beute als halbtotes, totes Ganzes oder nur noch in Form der Innereien nach Hause gebracht wird, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache, es kann etwas gezeigt werden.

Passt es nicht durch die Katzentüre, dann wird es auf jeden Fall gut sichtbar auf die Matte vor die Haustüre gelegt. Meistens mit dem Resultat, dass Frauchen oder Herrchen ahnungslos, etwa beim Zeitungsholen, in das Mitgebrachte treten.

Nein, fluchen oder sich ekeln sind hier keineswegs angebracht. Unser jagender Stubentiger will doch für das Geleistete gelobt und gestreichelt werden. Und weil wir nicht anders können, tun wir, was Büsi verlangt. Aber was ist, wenn auch ein anderer vierbeiniger Hausbewohner seine Jagdinstinkte ausleben und dafür gelobt werden möchte?

So etwa die kleine schwarze Cocker-Dame, die entdeckt hat, dass sie beim Spielen auf der Wiese Mäusen nicht nur gerne hinterher flitzt. Sondern mit etwas Geduld und ruhig vor den Mäuselöchern hockend die kleinen Nager auch erwischt. Ist da jetzt ein Lob angebracht oder nicht?

Ich persönlich lobe sie, denn sie verletzt die Tierchen nicht. Und ich bin stolz, wenn die kleine, süsse Maus, kaum aus dem schwarzen Hundemaul entlassen, schnellstens das Weite sucht und im nächsten Erdloch verschwindet. „Hast Du gut gemacht, mein Hundemädchen.“ Selbstverständlich fehlen auch die obligaten Streicheleinheiten nicht.