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Lohndiskriminierung: Messen und Meinen

Die überkommenen Vorstellungen darüber, was als männlich oder weiblich zu gelten hat, müssen verschwinden, schreibt Blattmacher Balz Bruder.
Balz Bruder
Balz Bruder (Bild: Boris Bürgisser)

Balz Bruder (Bild: Boris Bürgisser)

«Was nicht gemessen wird, zählt nicht», zitiert die Luzerner Harvard-Professorin Iris Bohnet eine amerikanische Redensart. Gemünzt ist sie auf die Lohntransparenz – und damit auf die nach wie vor vorhandenen Unterschiede bei den Löhnen für Männer und Frauen. Die Verhaltensökonomin weiss, wovon sie spricht. Wie sollte die Politik Regeln über die Herstellung von Lohngleichheit erlassen, wenn sie die Fakten nicht kennt? Wie sollten Unternehmen Differenzen in Unkenntnis der Zahlen ausgleichen?

Die Aussage von Bohnet ist deshalb brisant, weil der Ständerat vergangene Woche in Sachen Lohngleichheit doch noch eingelenkt hat. Demnach müssen Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden künftig obligatorische Lohnanalysen durchführen. Das ist zwar weniger, als die Verfechter von harten gesetzlichen Massnahmen zur Lohngleichheit verlangten, aber mehr als die von den Gegnern favorisierte blosse Selbstdeklaration.

Gewiss, Lohnungleichheiten gehören ausgemerzt – nicht nur im Fall tatsächlicher Diskriminierung. Viel entscheidender ist jedoch, dass die fixen Muster aus den Köpfen verschwinden. Jene überkommenen Vorstellungen darüber, was als männlich oder weiblich zu gelten hat – und wie sich diese Sicht der Dinge auf Karriere und Lohn auszuwirken hat. Gefordert sind dabei die Männer ebenso wie die Frauen. Und das fängt früh an. In der Schule. Bei der Berufswahl. Später bei der Weiterbildung und in der Karriereplanung. Iris Bohnet sagt: «Die Stereotypen von Frauen und Männern beeinflussen uns darin, wie wir Leistung bewerten.» Recht hat sie. Mit Messen hat das nichts zu tun. Mit Meinen sehr wohl.

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