Kommentar

Lohngleichheit: Die Stadt Luzern soll zuerst bei sich selber schauen

Bevor die Stadt Luzern die Lohnstrukturen von externen Firmen unter die Lupe nimmt, soll sie zuerst die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau im eigenen Betrieb durchsetzen.

Robert Knobel
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In der Luzerner Stadtverwaltung gibt es einen «nicht erklärbaren» Lohnunterschied von 3 Prozent zwischen Mann und Frau. Das gibt der Luzerner Stadtrat im Rahmen seiner Antwort auf einen Vorstoss im Parlament bekannt. Die Stadtregierung räumt ein, dass bei der Lohneinstufung früher offenbar mit unterschiedlichen Ellen gemessen wurde. So wurde wohl bei Männern gerne mal etwas aufgerundet, während sich Frauen mit dem unteren Ende des Ermessensspielraums begnügen mussten.

Der Stadtrat sagt zwar, dass solche Ungerechtigkeiten bei Neueinstellungen nicht mehr vorkämen. Dennoch ist es zu begrüssen, dass die Stadt nun die Gründe für die Lohnunterschiede genauer abklären lässt und in einigen Fällen sogar mit einer Lohnaufbesserung für Abhilfe sorgt.

Soweit zur Stadtverwaltung. Heikel wird's hingegen, wenn die Stadt ihre Nase in die Belange von Firmen steckt, mit denen sie zusammen arbeitet. So kann sich der Luzerner Stadtrat vorstellen, bei öffentlichen Beschaffungen stichprobenweise zu überprüfen, ob die Firmen, die den Zuschlag erhalten, ihren Mitarbeiterinnen faire Löhne bezahlen. So macht es die Stadt Zürich bereits.

Doch wie eine Stadtverwaltung die komplexen Lohn- und Organisationsstrukturen einer externen Firma seriös beurteilen soll, bleibt schleierhaft. Zudem hat die Stadt Luzern schon genug damit zu tun, die Lohngleichheit im eigenen Betrieb durchzusetzen.