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Korea-Gipfel: Meint Kim es ernst?

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un haben sich getroffen - was erreicht wurde, bleibt aber unklar.
Renzo Ruf, Washington
US-Korrespondent Renzo Ruf.

US-Korrespondent Renzo Ruf.

Der US-amerikanische Aussenminister ist nicht zu beneiden. Weil es Präsident Donald Trump während seines Treffens mit dem nordkoreanischen Diktator unterlassen hat, klare Kante zu zeigen, muss nun Chefunterhändler Mike Pompeo die Kohlen aus dem Feuer holen. Denn das Echo auf die luftige Schlusserklärung des Gipfels von Singapur zeigt, dass der Washingtoner Politbetrieb keine Nachsicht mit Pjöngjang kennt. Will der junge Herrscher (der in den Augen Trumps «witzig» und «sehr talentiert» ist) seinen Polizeistaat reformieren, muss er Konzessionen eingehen. Zuoberst auf der Liste: vollständige und nachweisbare Abrüstung sämtlicher Massenvernichtungswaffen.

Trump mag es egal sein, wie dieses Ziel erreicht wird. Der Präsident scheint sich stärker für die «grossartigen Strände» Nordkoreas zu interessieren und wie ein Baulöwe dort Hotelanlagen errichten könnte. Aber sicherheitspolitisch ist dies der zentrale Punkt eines möglichen Abkommens, das von Pompeo ausgehandelt wird – auch weil sich in Amerika noch viele Experten daran erinnern, dass der Vater und der Grossvater des heutigen Diktators ähnliche Abrüstungsabkommen ignorierten und verletzten.

Der Ball liegt also bei Kim Jong Un. Er muss den Amerikanern recht schnell Zugang zu Waffenarsenalen und Testgeländen geben, damit unabhängige Experten verifizieren können, dass er abrüsten will. Ist das möglich? Vielleicht. Vielleicht sieht Kim in Trump tatsächlich einen Präsidenten, mit dem er kooperieren will – auch weil Kim, der Teile seiner Jugend in Bern verbracht haben soll, schon immer fasziniert von der glitzernden Seite des Kapitalismus war. Bald wird die Welt erfahren, ob er es ernst meint.

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