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Kommentar

Munteres Rätselraten in Bundesbern

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag», über die Spekulationen rund um den Rücktritt von Bundesrätin Doris Leuthard.
Dominik Buholzer

Halten Sie sich fest: Am nächsten Freitag ist es so weit. Dann wird Bundesrätin Doris Leuthard ihren Rücktritt verkünden. Vielleicht wird sie dies auch erst in zwei Wochen tun. Oder auch erst nach den Sommerferien. So genau weiss dies ausser der Magistratin halt niemand. Aber am kommenden Freitag könnte es wirklich so weit sein.

Mindestens ein gutes Dutzend Mal wurde der Abgang der CVP-Magistratin in den vergangenen Wochen und Monaten von der Bundeshauspresse schon herbeigeschrieben. Im Januar wollte der «Blick» wissen, dass Leuthard bereits im Frühling den Hut nimmt, nämlich nach der «No Billag»-Abstimmung. Die Wahllokale schlossen, die Initiative wuchtig verworfen – nur Leuthard ist noch immer Bundesrätin.

Am vergangenen Freitag übte sich der Zürcher «Tages-Anzeiger» im Kaffeesatzlesen. Er führte eine ganze Liste von möglichen Gründen auf, die für und gegen einen baldigen Rücktritt sprechen, und kam zum Schluss: Der 15. Juni wäre ein geradezu perfektes Datum. Denn traditionsgemäss würden Bundesräte ihre Rücktritte verkünden, wenn sich die National- und Ständeräte in Bundesbern befinden. Zudem sei der letzte Freitag einer Session besonders günstig, weil dann praktisch zeitgleich der Bundesrat und das Parlament zusammentreten.

Solche Überlegungen mögen zwar sehr reizvoll sein. Und an Gerüchten über den Zeitpunkt mangelt es ganz sicher nicht. Entscheidend ist all dies allerdings nicht. Dass Doris Leuthard sich keiner Wiederwahl stellen wird, steht unlängst fest. Vor neun Monaten hat sie im Westschweizer Fernsehen gesagt, die aktuelle Legislatur sei ihre letzte. Freilich liess die Bundesrätin offen, damals schon das genaue Rücktrittsdatum zu verkünden.

Wann auch immer der Tag kommen wird, es ist zu hoffen, dass danach bei der Diskussion über die Nachfolge nicht in erster Linie die Herkunft beziehungsweise der Wohnort im Vordergrund stehen wird, sondern welcher Kandidat die besten Voraussetzungen für ein solches Amt mit sich bringt. Dies bezieht sich selbstverständlich nicht nur auf Politiker, sondern auch auf Politikerinnen. Dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

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