Kommentar
Offensive beim Luzerner Kulturgüterschutz: Besser spät als nie

In den nächsten Jahren werden im Kanton Luzern alle wertvollen Kulturgüter katalogisiert, damit die Feuerwehr im Notfall die richtigen Objekte zuerst rettet. Die Offensive kommt spät, ist aber wichtig.

Alexander von Däniken
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Alexander von Däniken

Alexander von Däniken

«Brand im Schloss Heidegg – grosser kultureller Schatz zerstört». Mit dieser erfundenen Schlagzeile lockten der Luzerner Feuerwehrinspektor, Vinzenz Graf sowie der kantonale Zivilschutzleiter Daniel Enzler die Journalisten gestern in die 800 Jahre alten Gemäuer nach Gelfingen. Dank erstmaliger, penibler Dokumentation der wichtigsten Kulturgüter im Schloss weiss die Feuerwehr im Ernstfall nun genau, wo sich die Objekte befinden und wie sie gerettet werden können.

So selbstverständlich zuerst Menschen aus brennenden Gebäuden gerettet werden, so selbstverständlich müsste dies in zweiter Priorität auch für Gemälde, Bücher, Kleidung oder Skulpturen gelten, die für unsere Gesellschaft in der Region von besonderem Interesse sind. Hier waren der Zivilschutz und die Gemeinden zu lange untätig. Das Haager Abkommen regelt den Kulturgüterschutz seit 1954. Und seit dem 1. Januar 2008 schreibt das kantonale Zivilschutzgesetz vor, dass der Zivilschutz für den Kulturgüterschutz verantwortlich ist und die Gemeinden die Kulturgüter dokumentieren müssen.

Besser spät als nie erfolgt nun von Feuerwehrinspektor und Stabschef Vinzenz Graf die Initiative. Die Umsetzung bis in alle Gemeinden wird Jahre dauern. Die nötige Konsequenz ist dabei unabdingbar. Denn das kulturelle Erbe des Kantons Luzern ist gross, aber verletzlich, wie der Brand der Kapellbrücke und die dadurch zerstörten Bilder zeigen.

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