Kommentar

Potenzial älterer Menschen besser nutzen

Viele Leute möchten über das Pensionsalter hinaus ihrem Beruf nachgehen. Dies führt zur Frage, ob ein fixes Rentenalter noch zeitgemäss ist.

Daniel Zulauf
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Daniel Zulauf.

Daniel Zulauf.

Für Frauen ist mit 64 und für Männer mit 65 Jahren Schluss. Das gesetzliche Rentenalter sitzt tief in den Köpfen drin. Das Beratungsunternehmen Deloitte schliesst daraus, dass viele Menschen in der Schweiz ihren Beruf nicht über das Pensionsalter hinaus ausüben können, obwohl sie dies gerne täten.

Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit angehender Pensionäre beleuchtet Deloitte nun mit einer repräsentativen Umfrage. Sie macht deutlich, dass die politische Tabuisierung des Rentenalters in eine ökonomische Sackgasse führt. Fakt ist nicht nur, dass die Leistungsfähigkeit älterer Menschen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte markant zugenommen hat. Eine Tatsache ist ebenso, dass sich gleichzeitig die Arbeitswelt verändert und körperliche Verschleissarbeit zunehmend durch physisch weniger anspruchsvolle Arbeiten abgelöst wird.

Vor diesem Hintergrund liegt die Idee natürlich auf der Hand, die fixen Übergänge ins Rentnerdasein aufzuweichen, damit das schlummernde Potenzial der älteren Semester besser genutzt werden kann. Das Problem ist allerdings, dass 60 Prozent der von Deloitte befragten Personen nach der Pensionierung nicht weitermachen wollen. Der Grund dafür dürfte in den meisten Fällen nicht Bequemlichkeit, sondern schlicht Erschöpfung sein. Deshalb darf eine Förderung der Weiterarbeit im Pensionsalter nicht zu einer Schlechterstellung der regulären Pensionäre führen.