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[TEST] Scheinheiliger Alarmismus

Zur Sache
Sascha Gierga

Zuerst die Aufregung über die 10000-Franken-Mindestfranchise, welche die Chefin des grössten Grundversicherers im Land ausgelöst hat. Tage später die Sprengung der 80-Milliarden-Schallgrenze bei den jährlichen Gesundheitskosten. Und ewig das gleiche Lied: Wenn es so weitergeht, fahren wir den Laden an die Wand.

Das Reaktionsmuster ist Zeichen eines tiefer liegenden Unbehagens, das in der Ratlosigkeit über die Eindämmung der Kostenentwicklung gründet. Und im Unwillen, der Ausbeutung des Gesundheitssystems durch Leistungserbringer und -bezüger Einhalt zu gebieten. Dabei sind die einfachsten Rezepte meist die besten. Wer ein Problem rasch, gut und kostengünstig löst, soll es tun. Unbesehen davon, ob er Arzt oder Apotheker ist. Das sollten wir uns auch als Patientinnen und Patienten hinter die Ohren schreiben. Nicht alles, was der Gesundheitsmarkt anbietet, braucht es. Aber alles, was konsumiert wird, kostet. Und das zahlen wir mit Prämien und Steuern. Über zwölf Prozent des Bruttoinlandprodukts beschlägt das Gesundheitswesen mittlerweile.

Drei Dinge tun not: Erstens müssen wir uns als Patienten eigenverantwortlich und als Prämien- sowie Steuerzahler kostenbewusst verhalten – sonst ruinieren wir uns selber. Zweitens müssen die Leistungserbringer, die über die Krankenver­sicherung abrechnen, wirtschaftlich, zweckmässig und wirksam arbeiten – sonst wird das Gesetz zum toten Buchstaben. Und drittens müssen die Fehlanreize für Falsches und Unnötiges weg – sonst wird das System definitiv pervertiert. Jedes neuerliche Ziehen an der Alarmglocke hingegen ist Selbstzweck. Das wissen jene, die sie schrillen lassen, am besten. Seite 5

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