Kommentar

Schmolz+Bickenbach braucht einen Ankeraktionär mit langem Schnauf

Amag-Erbe Martin Haefner wird zum starken Mann beim Luzerner Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach. Diese Position sollte er langfristig innehaben.

Maurizio Minetti
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Maurizio Minetti.

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Das ersehnte Plazet der Finanzmarktaufsicht ist da: Schmolz+Bickenbach darf die vor Wochenfrist beschlossene Kapitalerhöhung durchführen, ohne dass Grossaktionär Martin Haefner den übrigen Aktionären ein für ihn teures Übernahmeangebot unterbreiten muss. Damit hat der angeschlagene Luzerner Stahlkonzern die wichtigste Hürde genommen auf dem Weg zu einer umfassenden Sanierung und Restrukturierung. Amag-Erbe Martin Haefner wird bald der wichtigste Aktionär sein.

Doch die Gesundung der Muttergesellschaft von Swiss Steel wird noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Haefner selbst hat vor einer Woche versprochen, einen «langfristigen Horizont» von fünf bis sieben Jahren bieten zu können. Allerdings ist dieser Zeithorizont im zyklischen Stahlgeschäft fast schon kurz. Schmolz+Bickenbach braucht jetzt einen Ankeraktionär mit langem Schnauf, der über die finanziellen Mittel verfügt, um das Stahlgeschäft auf veränderte Bedürfnisse auszurichten. Bei schlechten Konjunkturzyklen werden auch in Zukunft Finanzspritzen nötig sein.

Die Finanzmarktaufsicht hat ihre Bewilligung an eine Bedingung geknüpft: Bis Ende 2024 wird Martin Haefner entscheiden müssen, ob er den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot macht oder seine Beteiligung auf unter einen Drittel senkt. In fünf Jahren wird man sehen, wie ernst es Haefner mit dem Stahlgeschäft meint.

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