Kommentar

Schweizer Ökosystem für neue Wasserstoff-Lastwagen: Eine mutige, umweltfreundliche Initiative

Hyundai baut in der Schweiz ein Tankstellennetz für die neuen Wasserstoff-Lastwagen auf. Involvierte Firmen gehen ein Risiko ein, aber es lohnt sich.

Christopher Gilb
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Christopher Gilb.

Christopher Gilb.

Luzerner Zeitung

Noch kein einziger Wasserstoff-Lastwagen von Hyundai war bisher in der Schweiz im Einsatz. Mit der neuen Initiative ist es also ein bisschen so, als würde man die Katze im Sack kaufen. Und trotzdem haben Firmen bereits investiert, sie haben Tankstellen gebaut oder eine Wasserstoffproduktion hochgefahren. Das geht mit einem unternehmerischen Risiko einher, doch eint die Überzeugung, dass die Wasserstofftechnologie einen wichtigen Beitrag für eine CO2-freie Zukunft leisten kann. Und die Firmen haben erkannt, dass eines der grossen Probleme der neuen Antriebsformen ist, dass es unattraktiv ist sie zu nutzen, wenn die Infrastruktur unzureichend ist. Das trifft auf Elektroautos genauso zu wie auf Wasserstoff-Trucks. Niemand will bei der Planung einer Fahrt erst lange überlegen, wo er an eine neue Tankfüllung oder -ladung kommt.

Die Schweiz übernimmt hier nun eine Vorreiterfunktion. Das haben auch EU-Parlamentarier per Video an der Übergabe der neuen Wasserstoff-LKW von Hyundai am Mittwoch bestätigt. Fast etwas neidisch schauen sie auf unser kleines Land, wo Unternehmen gemeinsam etwas anpacken und nicht auf die Politik warten. Nun bleibt zu hoffen, dass das System schnell wächst, denn die bereits vorhandenen Tankstellen reichen sicher noch nicht aus.