Kommentar

Sozialbereich für einmal als Vorbild

Die Stadt Luzern überprüft im Auftrag von benachbarten Gemeinden die korrekte Verrechnung von Pflegedienstleistungen.

Robert Knobel
Drucken
Teilen
Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region bei der Luzerner Zeitung.

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region bei der Luzerner Zeitung.

Dominik Wunderli

Die Tarife von Pflegeheimen und Spitex sind im Schnitt 1,5 bis 2 Prozent zu hoch angesetzt, wie die Erfahrungen zeigen. Die Stadt Luzern stellt also den Nachbarn ihr spezielles Know-how in diesem Bereich zur Verfügung und hilft ihnen, Kosten zu sparen.

Bereits vor 15 Jahren sorgte die Gemeinde Emmen schweizweit für Beachtung, als sie einen «Sozial­inspektor» anstellte. Dessen Aufgabe war es, missbräuchlich bezogene Sozialleistungen aufzudecken. Auch Emmen erarbeitete sich mit diesem Pionierprojekt ein Spezialwissen, von dem schon bald weitere Gemeinden profitieren wollten. Heute ermittelt das Emmer Sozialinspektorat im Auftrag von über einem Dutzend anderer Gemeinden.

Die beiden erwähnten Fälle sind modellhaft: Hier funktioniert offenbar die regionale Zusammenarbeit bestens. Der Sozialbereich, dieses finanzielle Sorgenkind, dient hier für einmal als Vorbild für andere Bereiche, in denen die Gemeinden allzu selten am selben Strick ziehen. Zum Beispiel beim Verkehr. Denn auch wenn in der Agglomeration Luzern Fusionen kein Thema mehr sind, so braucht es doch ein Minimum an Konsens und Zusammenarbeit unter den Gemeinden. Viele Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen. Umso besser, wenn man damit auch noch Geld sparen kann.