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Kommentar

Schweizer Hilfswerke: Spenden reicht nicht

Noch nie haben Schweizer Spendenorganisationen so viel Geld erhalten wie 2017. Wie viel davon effektiv Hilfsprojekte erreicht, ist sehr unterschiedlich.
Samuel Schumacher
Samuel Schumacher.

Samuel Schumacher.

Roger Federer kritisieren, weil er sich mit seiner Stiftung selber ein Denkmal setzen will? Hilfswerke hinterfragen, weil der Hunger in Afrika noch immer nicht verschwunden ist? Das kann man machen. Vielleicht steckt in dieser Kritik ja auch ein Kern Wahrheit. Wer spendet, der tut dies nie nur aus altruistischen Gründen, sondern immer auch ein wenig wegen des «Wärmegefühls des Gebens», wie das der Ökonom James Andreoni einst genannt hat. Und vielleicht ja auch, um das schlechte Gewissen loszuwerden, das man sich mit den Langstreckenflügen und Konsumräuschen im auslaufenden Jahr aufgehalst hat.

Aus welchen Motiven heraus wir spenden, spielt letztlich keine Rolle. Wichtig ist nur, dass wir es tun. Manch einer wird sagen: Ach, die Welt geht doch eh unter. Denen sei erwidert: Das tut sie nicht, wenn alle ihren Beitrag leisten. Geld zu spenden, ist bei weitem nicht der einzige Weg, dieses hehre Ziel zu erreichen. Dank der jahrzehntelangen Erfahrung unserer Hilfswerke im professionellen Weltverbessern ist es aber nicht nur einer der bequemsten, sondern auch einer der effizientesten.

Über eines aber darf uns das Spenden nicht hinwegtäuschen: Ein paar Nötli reichen nicht, um den Weltschmerz zu lindern. Die Erkenntnis wird sich durchsetzen müssen, dass unser eigenes Leben im Überfluss in wachsendem Mass mitverantwortlich ist für das Leid der Armen dieser Welt. Das sollten wir uns gerade in Zeiten, in denen zum Beispiel die Debatte über eine CO2-Abgabe auf Flugtickets schon im Keim erstickt wird, durchaus mal wieder vor Augen führen.

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