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Kommentar

Luzerner Theater: Stadtrat muss Flagge zeigen

Sanieren? Abreissen? Oder gar nichts unternehmen? Chefredaktor Jérôme Martinu über die nun vorliegenden Resultate einer Testplanung für den Standort des Luzerner Theaters an der Reuss.
Jérôme Martinu

Die laufende Intendanz Benedikt von Peters zeigt eindrücklich, was mit Lust auf Experimente und Improvisation selbst in einem so alten Dreispartenhaus wie dem Luzerner Theater alles möglich ist. Zu klein, zu wenig flexibel bespielbar, nicht wirtschaftlich, sanierungsbedürftig – das 1839 eingeweihte Theater an der Reuss entspreche nicht mehr den heutigen Ansprüchen von Publikum, Akteuren, Gebäudesicherheit. Wirklich? Ja, tatsächlich. Trotz der aktuellen Erfolge. Luzern ist eine Kulturstadt mit Weltformat, wie gerade derzeit das Lucerne Festival wieder eindrücklich zeigt. Darum und weil Luzern kulturelles und gesellschaftliches Zentrum einer ganzen Region ist, verdient die Stadt eine neue, zeitgemässe Musik- und Theaterinfrastruktur.

Eine nun vorgestellte Testplanung zeigt: Ein grösseres Theaterhaus am bisherigen Standort ist städtebaulich und betrieblich möglich. Das ist zwar keine grosse Überraschung, war doch der Platz zwischen Theater und Jesuitenkirche auch in früheren Zeiten bebaut, die Gebäudezeile an der Reuss bis Mitte des 20. Jahrhunderts geschlossen. Wichtig zu sehen ist auch, dass ein Neubau kombiniert mit dem historischen Gebäude möglich wäre. Die Erkenntnisse der Testplanung sind ein wichtiger Anschub. Nach den jahrelangen, letztlich im Nichts verpuffenden Diskussionen um eine Salle Modulable, muss nun der Blick endlich wieder nach vorne gerichtet werden.

Einfach wird es deswegen aber nicht. Es braucht, gerade in Zeiten knapper Kassen, Mut und einen langen Atem für ein solches Kulturprojekt. Schön und gut, wenn der Stadtrat nun «an einer breiten öffentlichen Diskussion interessiert» ist. Noch besser wäre es, die Luzerner Stadtregierung würde bald ein Zeichen setzen und sich selbstbewusst mit einer eigenständigen Haltung positionieren. Denn oft genug hat der Stadtrat schon den Anschein erweckt, er reagiere bloss und richte sich nach der herrschenden Windlage.

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