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Kommentar

Stille Wahlen sind ein stilles Problem

Chefredaktor Jérôme Martinu zum Wahlkampf vor den National- und Ständeratswahlen.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Wahlkampffieber! Die Nervosität vor den National- und Ständeratswahlen vom 20. Oktober ist zum Teil gross. In der Berichterstattung der Zeitungen wird, ob gedruckt oder online, von Parteienvertretern jede Wortmeldung der Gegnerschaft mit Argwohn beobachtet. Und auch kommentiert. «Propaganda! Wahlwerbung!» Auch Protestnoten dieser Art gelangen an die Redaktion – aus allen politischen Lagern. Die Hypersensibilität ist nur auf den ersten Blick irritierend. Im Kern sind das positive, erfreuliche Signale. Denn sie sind Ausdruck dafür, dass unser direktdemokratisches System, der politische Wettstreit der Ideen funktioniert.

Zwiespältig ist indes die Tatsache, dass die Herbstwahlen mancherorts bereits vorbei sind. In Nid- und Obwalden sind die bisherigen Ständeräte, Hans Wicki (FDP) und Erich Ettlin (CVP) mangels Konkurrenz in stiller Wahl bestätigt worden. Und in Emmen, mit über 30'000 Einwohnern zweitgrösste Kommune der Zentralschweiz, ist eine neue, 36-jährige Gemeindepräsidentin ebenfalls ohne Urnengang ins Amt gelangt.

Nicht, dass dieser Erfolg den Protagonisten nicht zu gönnen wäre, im Gegenteil! Eine stille Wahl ist nämlich auch ein Kompliment für die politische und persönliche Kompetenz der Gewählten. Eine Wahl mit mehreren Kandidaten ist dennoch die bessere, stabilere Variante. Sie garantiert, dass alle Politiker sich mit ihren Ideen und Wertvorstellungen der öffentlichen Debatte stellen müssen. Stille Wahlen sind in einer Demokratie ein stilles Problem.

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