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Kommentar

Iran: Rohanis Suche nach Verbündeten

Korrespondent Martin Gehlen über die schwierige Lage des iranischen Präsidenten.
Martin Gehlen, Tunis

Der iranische Präsident ist bekannt für gute Nerven. Trotzdem möchte dieser Tage wohl niemand in der Haut von Hassan Rohani stecken. Das grosse Politikprojekt des moderaten Klerikers gerät mehr und mehr ins Wanken, seine Nation aus der Paria-Rolle herauszuführen, nach aussen zu öffnen und nach innen zu liberalisieren. Frustriert wenden sich seine Landsleute ab. Von Washington aus dagegen trompeten Donald Trump und seine Mannschaft völlig ungeniert in die Welt hinaus, sie wollten demnächst die gesamte Islamische Republik aus den Angeln heben. Und da beim neuen US- Finanzboykott ab August zum ersten Mal auch Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate mitspielen werden, dürfte es in der zweiten Jahreshälfte eng werden für Hassan Rohani.

Denn auch daheim wetzen seine Widersacher die Klingen. Schon lange sehnen sich die Revolutionären Garden und ihre frommen Patrone zurück nach den lukra­tiven Schmuggelzeiten, ihrem korrupten Wirtschaftsmonopol und der unangefochtenen islamischen Sittenstrenge. Ob jedoch diese iranisch-amerikanische Koalition der Hardliner am Ende den Atomvertrag und seine gesellschaftliche Dividende zunichtemachen kann, das hängt von China und Russland ab – aber auch von Europa.

In Paris, Berlin und London jedoch ist von den von Rohani verlangten Garantien bisher wenig zu hören. Europa ist viel zu stark mit sich selbst und den transatlantischen Turbulenzen beschäftigt. Und so fehlt die politische Kraft, sich dem Trump’schen Iran-Diktat wirksam zu widersetzen. Kein Wunder also, wenn der Teheraner Gast nächste Woche aus Genf und Wien wieder heimfährt – mit praktisch leeren Händen.

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