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Kommentar

Tadel braucht Lob

Das Urner Dorf Wassen muss einen neuen Gemeinderat wählen. Da aber nicht genug Kandidaten zu finden waren, wurden jetzt zwei parteilose Bürger unfreiwillig zur Wahl aufgestellt. Auch der Präsidiumskandidat Markus Baumann-Jauch kandidiert nur aufgrund der Notsituation. Jérôme Martinu kommentiert.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu, Chefredaktor

Jérôme Martinu, Chefredaktor

Drei Mal sieht man sie während der Fahrt auf der alten Bahnbergstrecke am Gotthard, die Kirche von Wassen. Und drei Mal hatten und haben die Bürger des Urner Dorfes mit seinen rund 420 Einwohnern die Chance, einen neuen Gemeinderat aufzustellen. Vier von sechs Exekutivmitgliedern treten nicht mehr an. An den Gemeindeversammlungen im Juni und August waren aber trotz intensiver Suche keine Freiwilligen zu finden. Und da jeder Stimmberechtigte wählbar ist, kann auch jemand per Amtszwang ins Gemeinderatsamt gehievt werden. Woraufhin in Wassen prompt auch zwei parteilose Bürger gegen ihren Willen als Kandidaten aufgestellt wurden.

Die spezielle Geschichte wird noch kurioser für die Wahl vom 23. September. Denn der derzeitige Vize und – aufgrund der Notsituation – fürs Präsidium kandidierende Markus Baumann-Jauch (CVP) sieht sich nun plötzlich diskreditierenden anonymen Vorwürfen ausgesetzt. Ein «Komitee besorgter Bürger» plädiert dafür, statt Baumann die abtretende Gemeindepräsidentin wiederzuwählen. Diese würde die Wahl «selbstverständlich nicht annehmen», spricht von einem unfairen Vorgehen und fehlender Zivilcourage.

Es ist keine Überraschung, dass der Wassner Präsidiumskandidat offensichtlich nicht allen passt. Wer sich exponiert, und das tun Exekutivpolitiker naturgemäss, der erntet auch Kritik, Ablehnung, Neid. Berechtigter Tadel muss zweifellos sein. Wenn er aber zu einer Art Dauerzustand wird, muss man sich nicht wundern, wenn die Bereitschaft sinkt, sich für ein öffentliches Amt zur Verfügung zu stellen. Wir dürfen nicht vergessen: Auch ein gesundes Mass an Wertschätzung für Amtsträger ist sehr wichtig für das Funktionieren unseres direktdemokratischen Systems.

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