Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Kommentar

Überwachung von Luzerner Schulplätzen: Kameras sollen letztes Mittel sein

Wegen Littering und Sachbeschädigungen installieren Luzerner Gemeinden häufiger Videokameras, um die Verursacher zu eruieren. Das ist eine gefährliche Entwicklung.
Niels Jost
Redaktor Niels Jost.

Redaktor Niels Jost.

Immer mehr Luzerner Gemeinden installieren Kameras zur Überwachung öffentlicher Plätze wie Schulareale oder Entsorgungsstellen. Damit wollen die Behörden dem Fehlverhalten von Bürgern Einhalt gebieten. Wer Littering verursacht oder Sachbeschädigungen begeht, soll dank der aufgezeichneten Bilder zur Rechenschaft gezogen werden.

Das ist eine gefährliche Entwicklung. Kameras sollen immer erst als allerletztes Mittel eingesetzt werden. Aus drei Gründen. Erstens überwachen die Kameras nicht nur die fehlbaren Personen, sondern alle Bürger, die sich auf diesen öffentlichen Plätzen aufhalten. Das ist ein Eingriff in die Privatsphäre und gibt einem ein beklemmendes Gefühl. Zweitens können die Kameras kein Vergehen verhindern, sondern sind blosse Symptombekämpfung. Drittens verschiebt sich das Problem häufig nur auf andere Orte. Dies kann gerade bei der Überwachung von Schularealen die unerwünschte Konsequenz mit sich ziehen, dass Jugendliche wegen des vollumfänglich überwachten Pausenplatzes gar keinen Ort mehr haben im Dorf, wo sie sich ungestört treffen können.

Jugendliche brauchen aber Freiräume. Deshalb sollten die Gemeinden besser in Angebote wie Jugendräume und -treffpunkte investieren, als in Überwachungsanlagen. Nach dem Grundsatz: Lieber proaktiv Räume schaffen als überwachen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.