Kommentar

Der sofortige Abgang des Ruag-Chefs ermöglicht einen unbelasteten Neustart

Urs Breitmeier verlässt das Unternehmen per sofort. Der Abgang kommt überraschend, für das Unternehmen ist es jedoch die Chance zu einem richtigen Neubeginn. 

Roman Schenkel
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Eben erst wurde der Ruag-Konzern in zwei Unternehmen aufgespalten: Eines, das für Unterhalt und Reparatur der Armeesysteme zuständig ist, und eines das zu einem internationalen Luft- und Raumfahrtkonzern umgebaut wird. Dieses soll dereinst an die Börse gehen und hätte gemäss Plan vom bisherigen Ruag-Chef Urs Breitmeier geleitet werden sollen.

Daraus wird nun nichts. Breitmeier verlässt das Unternehmen per sofort. Der Zeitpunkt kurz nach der Aufspaltung lässt ein Zerwürfnis vermuten. Gut möglich, dass der langjährige CEO und die neue Verwaltungsratspräsidentin, die Tessinerin Monica Duca-Widmer, das Heu nicht auf der gleichen Bühne hatten. Da hat man sich wohl für eine schnelle Trennung entschieden.

Gewiss hat Breitmeier seine Verdienste an der Entwicklung der Ruag. Unter seiner Führung gab es jedoch zahlreiche Skandale. Ruag-Handgranaten in den Händen von mutmasslichen IS-Attentätern, ein Firmenmanager, der verdeckte Deals in Russland abgewickelt haben soll, ein unter dem Deckel gehaltener Datenklau und zuletzt die Enthüllung, dass die Ruag ihrem besten Kunden, der Schweizer Armee, wohl zu hohe Preise verrechnet hatte. Bei einem privaten Unternehmen wären das wohl genug Gründe für einen Chefwechsel gewesen.

Die Trennung kommt nun zwar überraschend , sie ermöglicht der neuen Geschäftseinheit aber einen unbelasteten Start.