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Kolumne

Unsinn ist nicht Nonsens

Gregory Remez

Kürzlich rief ein ziemlich verärgerter Leser an. Ich nenne ihn mal Herr Huber, weil ich sicher bin, dass er seinen Namen ungern hier lesen würde. Herr Huber regte sich über einen Artikel zum Thema Successful Aging auf. Darin ging es um den sozialen Druck auf ältere Menschen, auch im Ruhestand aktiv und lernfähig zu bleiben. Es kamen Pensionierte zu Wort, die sich deswegen gestresst fühlen.

Herr Huber störte sich jedoch nicht daran, dass ihn bald dasselbe Schicksal ereilen könnte – was alterstechnisch, wie er gestand, durchaus möglich wäre. Stattdessen hatten ihn die Anglizismen auf die Palme gebracht. Unentwegt lärmte er mir deswegen ins Ohr – und sprach mir doch aus der Seele, – als er sich über den Trend enervierte, von Posts und Usern zu sprechen statt von Beiträgen und Nutzern.

Auch wenn ich bezweifle, dass sich der Anglizismus im besagten Fall hätte vermeiden lassen – «erfolgreiches Altern» klingt nicht minder unsinnig –, so muss ich Herrn Huber im Grundsatz doch recht geben: lieber Unsinn schreiben als Nonsense.

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