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Kommentar

Trump hat am Nato-Gipfel viel Geschirr zerschlagen

Die Forderung von US-Präsident Donald Trump, dass die europäischen Partner mehr Geld für ihre Verteidigung ausgeben sollen, ist durchaus berechtigt. Doch in der Nato geht es um mehr als nur Geld.
Remo Hess, Brüssel
Remo Hess, Brüssel

Remo Hess, Brüssel

Donald Trump kam, sah und dominierte den Nato-Gipfel. Seiner durchaus berechtigten Forderung, die europäischen Verbündeten müssten mehr in ihre Verteidigung investieren, hat er mit maximalem Lärmpegel Nachdruck verliehen. Etwa indem er die deutsche Kanzlerin Angela Merkel noch vor dem Gipfel öffentlich vorführte oder vor versammelter Runde mit dem Austritt der USA aus dem Verteidigungsbündnis drohte. Trump will von den Nato-Verbündeten deutlich mehr Geld sehen, und er will es jetzt. «Die Botschaft ist angekommen», gab Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg geradezu kleinlaut zu Protokoll.

Vor allem aber dürfte die Botschaft bei Trumps Heimpublikum nicht ungehört geblieben sein. Der US-Präsident fliegt nach Europa, haut dort kräftig auf den Tisch und inszeniert sich als Verteidiger der amerikanischen Steuerzahler. «Wir haben erreicht, was noch niemand vor uns erreicht hat», lobte sich Trump an seiner zur Show umgestalteten Pressekonferenz. In den USA, wo die Menschen zeitgleich mit dem Morgenfernsehen allmählich in den Tag starteten, dürften ihm die Schlagzeilen wieder einmal sicher gewesen sein.

Was bei dieser Brechstangentaktik allerdings auf der Strecke bleibt, ist, dass es bei einer Verteidigungsallianz wie der Nato nicht bloss um Geld geht, sondern vor allem um Vertrauen und gegenseitige Rückver­sicherung. Die Nato sei keine «Einbahnstrasse», beschreibt es Kanzlerin Merkel. Wenn Trump wie gestern den Eindruck entstehen lässt, die USA würden Europa nur gegen die richtige Höhe an Schutzgeld beistehen, dann hat er im transatlantischen Verhältnis viel Geschirr zerschlagen.

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