Kommentar
Warnschuss für neue Krienser Stadträte

Die Rücktrittswelle im Stadtrat von Kriens hält an: Nach Matthias Senn (FDP) und Lothar Sidler (CVP) hat Franco Faé (CVP) bekannt gegeben, im zweiten Wahlgang nicht mehr zu kandidieren. Das ist ein Warnschuss für die Neuen.

Robert Knobel
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Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region

Nach Lothar Sidler (CVP) und Matthias Senn (FDP) wirft auch Franco Faé (CVP) das Handtuch: Die drei Letztplatzierten bei den Krienser Stadtratswahlen treten zum 2. Wahlgang nicht mehr an. Somit steht fest: Die Exekutive in der viertgrössten Zentralschweizer Gemeinde wird höchstens noch ein bisheriges Mitglied enthalten: Judith Luthiger (SP). Deren Wahlchancen stehen gut, ebenso die von Roger Erni (FDP). Maurus Frey (Grüne) wurde schon am 29. März gewählt. Somit kommt es um die verbleibenden zwei Sitze zu einem Kampf zwischen Cla Büchi (SP), Marco Frauenknecht (SVP) und einer oder zwei CVP-Kandidatinnen. Das Resultat wird ein Links- oder Rechtsrutsch sein. Aber das ist nicht so entscheidend. Zentral ist der klar erkennbare Wille der Wählerschaft, neue Kräfte ans Ruder zu lassen. Dies war richtigerweise auch das Hauptargument von Sidler, Senn und Faé für ihren Verzicht.

Dabei ist es ja nicht so, dass der bisherige Stadtrat schlechte Arbeit geleistet hätte – trotz Lohnquerelen und Finanzproblemen. Er hat das Wachstum und die Urbanisierung stets als Chance gesehen und zumindest die Weichen gestellt für die nötigen Transformationsprozesse. Er hat Kriens zur Stadt gemacht. Dass er die Früchte dieser Arbeit nicht mehr selber geniessen kann, ist ironischerweise Teil dieses Umbruchs. Kriens will neue Köpfe. Doch diese werden schnell beweisen müssen, dass sie taugliche Ideen für die Zukunft haben. Das «Erdbeben» vom 29. März sollte auch ihnen als Warnung dienen.