French Open

Wawrinkas Triumph in Paris ist der letzte Schritt nach ganz oben

Stan Wawrinka hat sich endgültig in der Kreis der ganz grossen Tennisprofis gespielt. Es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob jemand ein oder zwei Grand-Slam-Turniere gewonnen hat.

Mic Wehrle
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Das Siegerlächeln für die Weltpresse mit dem Pokal – mit ein paar Tränen in den Augen.

Das Siegerlächeln für die Weltpresse mit dem Pokal – mit ein paar Tränen in den Augen.

Keystone

In Paris bestätigte der 30-jährige Stan Wawrinka, dass sein Triumph vor eineinhalb Jahren in Australien kein Zufall war – nicht nur ein aussergewöhnlicher kurzer Höhenflug. Lange Jahre hat er auf der Profitour gebraucht, bis er sein Potenzial auch in den kritischen Situationen abrief. Magnus Norman, sein schwedischer Coach, hat aus dem früheren Zauderer einen absoluten Siegertypen gemacht. Zehn Titel hat er nun gewonnen, davon sechs in den vergangenen 15 Monaten. Und quasi als Zugabe holte er in dieser Zeit mit Roger Federer auch noch den Davis-Cup in die Schweiz. Hinter seinem Kumpel muss er sich nicht mehr verstecken, Wawrinka gehört zu den grössten Sportlern der Schweizer Geschichte.

Scheiterte Wawrinka früher oft an seiner Psyche, so lässt er nun sich von Rückschlägen nicht mehr aus der Bahn werfen. Sie scheinen ihn fast noch stärker zu machen. Seine Sandsaison vor Paris war nicht berauschend. Aber er setzte mit seinem Sieg über Rafael Nadal in Rom ein Ausrufezeichen, vor allem für sich selbst. Und beim French Open räumte er mit Federer den Mann aus dem Weg, der ihm bisher am meisten Kopfzerbrechen bereitet hatte. Vor einigen Jahren hatte Wawrinka selbst noch von einem Federer-Komplex gesprochen, zuletzt immer noch von seiner schwierigsten Aufgabe.

Wawrinka posiert mit dem Pokal.
17 Bilder
Wawrinka posiert zusammen mit seinem Trainer Magnus Norman mit dem Pokal.
Der Pokal gehört nur ihm!
Der Pokal scheint nicht ganz leicht zu hantieren sein.
Das Siegerlächeln für die Weltpresse mit dem Pokal – mit ein paar Tränen in den Augen.
Wawrinka und Djokovic umarmen sich an der Siegerehrung.
Wawrinka und Djokovic umarmen sich nach dem harten Finalkampf.
Der Verlierer und der Sieger: Djokovic und Wawrinka posieren für die Weltpresse.
Wawrinka - Djokovic
Novak Djokovic wusste nicht, wie ihm geschah.
Wawrinka packte im dritten Satz sein bestes Tennis aus.
Mit einer tollen Leistungssteigerung holt sich Wawrinka den zweiten Satz.
Djokovic musste im zweiten Satz viel laufen - zu präzise spielte Wawrinka.
Der Romand verzweifelte schier an Djokovic.
Fokussiert: Djokovic spielte fast alles zurück.
Wawrinka gab alles, doch das war im ersten Satz zu wenig.
Das Stadion war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Wawrinka posiert mit dem Pokal.

Keystone

Er kam mit jedem Druck klar, im Halbfinal als Favorit gegen den Lokalmatadoren Jo-Wilfried Tsonga und das Pariser Publikum. Im Final steckte er den verlorenen ersten Satz weg, liess sich nie beirren und zog fast schon stur sein Spiel durch. Längst ist sein Zeigefinger zum Markenzeichen geworden, wenn er sich nach schwierigen Matches an den Kopf tippt. «Seht, ich habe es wieder mit dem Kopf geschafft», lautet jeweils seine Botschaft.

Stan Wawrinka gehört zu den ganz harten Arbeitern auf der Tour. Nach und nach hat er auf allen Ebenen seine Leistungen verbessert. Und inzwischen hat er alle Komponenten auf höchstes Niveau gebracht: Technik, Taktik, Fitness und mentale Stärke.